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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. Oktober 2017 | 02:40 Uhr

Jubiläum : Rostock will noch fairer werden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Seit fünf Jahren trägt die Hansestadt das Siegel „Fairtrade-Stadt“. Mehr Maßnahmen sind geplant, um gerechten Handel zu unterstützen

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2017 | 16:00 Uhr

Fair gehandelte Produkte in den Geschäften, Bildungsarbeit und die Einbindung von Unternehmen: Um zu unterstützen, dass Konsumgüter unter menschen- und arbeitsrechtgemäßen Bedingungen produziert werden, engagiert sich Rostock als Fairtrade-Stadt. Nach fast fünf Jahren mit dem Titel auf den Fahnen, soll das städtische Leben jetzt noch fairer werden. Ein entsprechendes Konzept erarbeitet eine Steuerungsgruppe aus Verwaltungsmitgliedern, Vereinen, Kirchgemeinden und der Wirtschaft.

„Wir wollen die öffentliche Beschaffung so weit wie möglich auf faire Produkte umstellen“, sagt Kathleen Löpke, Leiterin der Steuerungsgruppe. So tragen Kaffee und Tee in den Amtsstuben bereits das Fairtrade-Siegel, aber es soll noch mehr kommen: „Kaffee ist ja noch einfach, aber wir wollen auch faire Dienstkleidung und faire Bälle in Schulen und Kitas einsetzen“, erklärt Löpke. Wenn über die Herkunft der Sportgeräte informiert werde, könne gleichzeitig ein Bildungsauftrag erfüllt werden. Zudem will die Stadt in Kooperation mit dem Convention Bureau ein faires Tagungspaket anbieten, so Löpke. „Das ginge mit der Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer los und würde beim Transfer enden“, zeichnet die Fairtrade-Beauftragte ab. Das Konzept soll in den nächsten drei bis fünf Jahren umgesetzt werden.

Eine weitere Säule sei die Bildungs- und Kampagnenarbeit. Neben dem Auftritt im Fairtrade-Zelt auf der Hanse Sail sollen Aktionen zum Hansetag 2018 folgen und ab 15. September die bundesweit stattfindende Faire Woche auch in Rostock. „Die Aktion dauert bis zum 15. Oktober, also ist es eigentlich sogar ein fairer Monat“, sagt Löpke. In dieser Zeit wird verstärkt Bildungsarbeit in Schulen betrieben, verschiedene Läden und Gastronomen gezielt noch mehr fair gehandelte Produkte anbieten. „Ein besonderes Projekt haben wir mit dem Sportforum geplant. Dort sollen zwei Wochen lang 900 faire Essen für die Mitarbeiter des Arbeitsamts und eine Kita gekocht werden“, so Löpke. Es werde eine echte Mammutaufgabe, die dafür benötigten Produkte in den Mengen zu beschaffen.

Seit dem 14. September 2012 trägt Rostock den Titel Fairtrade-Stadt. Nach dem Bürgerschaftsbeschluss 2011 mussten alle notwendigen Kriterien erfüllt werden. „Das war gar nicht so schwierig, denn genug Geschäfte und Gastronomen, die fair gehandelte Produkte führen, gab es bereits“, sagt Löpke. Mit der Gründung der Steuerungsgruppe sowie umfassender Kampagnenarbeit konnte Rostock den Titel erwerben.

Kommentar "Vom Kleinen ins Große"

Mit dem fairen Handel ist es wie mit dem Umweltschutz: Selbst wenn jeder nur einen kleinen Beitrag leistet, gelingt irgendwann der große Wurf. Wenn also jeder nur einige Produkte aus fairem Handel in die heimischen Schränke  stellt, steigt die Nachfrage. Somit hätten Produkte, die nicht unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt wurden, weniger Absatz und Unternehmen wären mehr und mehr gezwungen, ihre Produktion umzustellen. Gut, dass Rostock als eine von etwa 100 Fairtrade-Städten in Deutschland auch vonseiten der Verwaltung einen wichtigen Teil dazu beiträgt, den globalen Handel gerechter für Produzenten machen zu wollen und das öffentlich kundtut. Denn nur informierte und aufgeklärte Bürger können entsprechend handeln und ihren Beitrag leisten.

 

Internet: www.rostock.de/fairtrade

 

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