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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 05:06 Uhr

Stadtplanung : Rostock will Möbel Kraft

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Experten: Die Ansiedlung ginge zulasten von Höffner in Bentwisch.

von
erstellt am 30.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Die Hansestadt schürt den Möbel-Konkurrenzkampf mit Bentwisch: Das Rostocker Amt für Stadtplanung unterstützt den Neubau eines Möbel Kraft-Markts mit 40 000 Quadratmetern in Schutow. Dabei stuft ein Gutachten der Firma Stadt + Handel maximal 16 000 Quadratmeter als verträglich für die regionale Branche ein. Laut Experten ginge die Neuansiedlung vor allem zulasten der Höffner-Filiale in Bentwisch. Zum Vergleich: Höffner verkauft sein Sortiment auf 27 000 und Ikea seines auf 18 200 Quadratmetern.

„Wir sind nicht dafür zuständig, Wettbewerb zu verhindern“, sagt Amtschef Ralph Müller. „Wir wollen den Möbelstandort Schutow stärken, das ist mit der Landesplanung abgestimmt.“ Dabei sei klar, dass andere Anbieter, auch die in Rostock, sich gegen die neue Konkurrenz behaupten müssten. „Kritischer Punkt sind die Randsortimente“, sagt Müller – beispielsweise Töpfe, Porzellan, Keramik, Glas oder Bettwäsche. Für deren Präsentation seien im neuen Markt 4500 Quadratmeter erlaubt, mehr verbietet das Verkaufsvorrecht der Händler in der City. Würden Lampen und Leuchten künftig allerdings als nicht zentrenrelevant eingestuft, so Müller, würde Kraft nur noch auf 2500 Quadratmetern Randsortimente anbieten. „In der Innenstadt haben wir sowieso nur noch ein Lampengeschäft“, so der Chefstadtplaner.

Kritik kommt von City-Manager Peter Magdanz, auch angesichts der von der Verwaltung forcierten Ansiedlung des Sportartikel-Riesen Decathlon wenige Meter weiter. „Wir haben in der Peripherie bald mehr Einzelhandelsfläche als in der Innenstadt“, sagt er. Allein die jetzt vorgesehenen 4500 Quadratmeter für Randsortimente „machen mehr als fünf Prozent der innerstädtischen Verkaufsfläche mit 70 000 Quadratmetern aus“. Und ein Ende des Zuwachses am Stadtrand sei nicht absehbar.

Der Bauausschuss der Bürgerschaft hat dem Branchenkonzept Möbel, das die Verwaltung als Grundlage der Ansiedlungspläne erarbeitet hat, zuletzt mit knapper Mehrheit zugestimmt. Vorsitzender Frank Giesen (CDU) sagt: „Wenn es zu einem Konkurrenzkampf kommt, dann betrifft das die Peripherie – damit habe ich kein Problem.“ Zumal durch neue Unternehmen auch mehr Steuern in die Rostocker Kasse fließen würden. Kraft und Höffner gehören übrigens beide zum gleichen Konzern.

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