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Anti-Graffiti-Konzept : Rostock will Graffiti sofort beseitigen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Lernen von Pforzheim: Modellprojekt aus dem Süden wird morgen vorgestellt

svz.de von
erstellt am 26.Jun.2014 | 11:50 Uhr

Ob cool oder ärgerlich – die Reaktionen auf Graffiti sind vielfältig. Da die Vorkommnisse in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt besonders hoch sind, erarbeitet der kommunale Präventionsrat der Stadt auf Anregung des Ortsbeirats nun ein Anti-Graffiti-Konzept. Hierfür holt Rostock sich Anregungen aus Pforzheim, wo das Sprayen seit Jahren erfolgreich bekämpft wird.

„Am häufigsten sind Tags“, sagt Hans-Joachim Engster, Vorsitzender des kommunalen Präventionsrates. Diese persönlichen Signaturen von Sprayern tauchten meist an frisch gestrichenen Häusern auf. Im Wesentlichen finde man in Rostock „Szene-Tags“ aus den Bereichen Fußball und Musik. Engster: „Rechtlich gesehen ist das Sprayen auf Privathäuser eine Straftat.“

Jetzt will Rostock ein Gegenrezept bei Pforzheim (Baden-Württemberg) abgucken: Dort setzt man erfolgreich auf sofortiges Entfernen von Graffiti mithilfe der Malerinnung, die ihr Engagement als sinnvolle Werbemaßnahme sieht: „2006 hat es in Pforzheim 340 Malereinsätze gegeben, 2013 waren es nur noch 23“, sagt Marlen Schmidt, Koordinatorin des Präventionsrates. Finanziert wird die Beseitigung durch Bußgelder aus Strafverfahren und Spenden.

Morgen stellen Vertreter der Stadt Pforzheim, Polizei, Staatsanwaltschaft, Amtsgericht und ein Malermeister das Konzept dem Kommunalen Präventionsrat in Rostock vor. „Dann werden wir entscheiden, ob wir das Pforzheimer Konzept übernehmen können“, so Engster. Ob die Malerinnung interessiert sei und das Gericht mitmache, müsse noch geklärt werden. Unterstützt wird die Stadt vom City-Kreis.

Doch welche Möglichkeiten haben Graffiti-Künstler, denen es nicht um jugendliche Mutproben geht? Spezielle Flächen für Ästheten werden diskutiert. Solche Areale seien vor einigen Jahren laut Stadtsprecher Ulrich Kunze etwa von Wohnungsgesellschaften in Plattenbaugebieten und von den Stadtwerken angeboten worden.

Auch die Arbeiterwohlfahrt (Awo) hat 2011 gemeinsam mit dem FC Hansa Rostock jungen Kreativen Gestaltungsflächen zur Verfügung gestellt. „Die Jugendlichen tobten sich auf den Platzwart-Baracken aus“, sagt Martin Brochier, Sozialpädagoge im Fan-Projekt bei der Awo. Wenn sich passende Flächen fänden, würde er gern erneut ein solches Graffiti-Kunst-Projekt anbieten.

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