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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 13:50 Uhr

Volkstheater : Rostock wählt den Kompromiss

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach langer Diskussion: Mehrheit spricht sich für Kooperationsmodell aus. Bürgerbegehren erwägt.

svz.de von
erstellt am 26.Feb.2015 | 13:33 Uhr

„Es ist eine Entscheidung, die wir seit 25 Jahren vor uns herschieben“, sagte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bei der Eröffnung der Debatte zur künftigen Struktur des Volkstheaters. Und doch oder gerade deshalb fiel die mehrstündige Diskussion kontrovers und emotional aus, gab es trotz klar abgegrenzter Lager vereinzelte Abweichler, die sich dem Fraktionszwang widersetzten. Das Votum für das so genannte 2+2-Modell fiel dann wie erwartet denkbar knapp aus: 26 Ja-, 21 Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

Am Ende setzte sich der gemeinsame Antrag der Fraktionen CDU, SPD, Grüne und Für Rostock durch, den diese erst am Montag zusammen mit dem Oberbürgermeister und Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) präsentiert hatten. Und auch wenn darin von einem Kooperationsmodell die Rede ist und „betriebsbedingte Kündigungen vom Grundsatz her ausgeschlossen“ werden, so machte zumindest Methling doch deutlich, dass diese de facto die Schließung der Sparten Musiktheater und Tanz bedeute.

Da konnte auch die flammende Rede von Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian an den bereits im Vorfeld abgesteckten Mehrheiten nichts mehr ändern. Er warnte vor einem Abwandern des künstlerischen Personals: „Sie sind keine Verfügungsmasse für irgendwelche Planspiele.“ Die 2+2-Lösung, bei der das durch die Sparten wegfallenden Angebot durch Kooperationen mit anderen Theatern kompensiert werden soll, sei „kein Zukunfts-, sondern ein Auslaufmodell“.

CDU-Fraktionsvorsitzender Berthold Friedrich Majerus hingegen erklärte: „Dies ist ein Kompromiss zwischen den finanziellen Möglichkeiten und den kulturellen Ansprüchen dieser Stadt.“ Malte Philipp, Vorsitzender der Fraktion Für Rostock/FDP, betonte: „Wir brauchen die Kooperation mit dem Land für den Neubau.“ Denn diese hatte Brodkorb in Aussicht gestellt, sollte Rostock die mit dem Land ausgehandelte Zielvereinbarung umsetzen. Kritik kam geschlossen von der Linken und der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09. Sybille Bachmann, Vorsitzende der Letzteren, erwägte gleich im Anschluss an die Entscheidung, ein Bürgerbegehren zu initiieren. Sie prangerte die „komplette Ausschaltung der Bürgerbeteiligung bei der Strukturentscheidung“ an.  

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