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Norddeutsche Neueste Nachrichten

24. November 2017 | 05:06 Uhr

Rostock vor dem Mega-Kracher

vom

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2012 | 08:18 Uhr

Rostock | Rostock freut sich auf einen Eishockey-Mega-Kracher: Am Sonnabend, dem 8. September - in genau zwei Wochen -, treffen um 16 Uhr in der Eishalle Schillingallee im Rahmen der European Trophy die Hamburg Freezers, Fünfter 2011/12 der Deutschen Eishockey Liga (DEL), und die Luleå Hockeyförening aus der schwedischen Elitserien, im Vorjahr Gesamtdritter des Europa-Turniers, aufeinander.

Jetzt sollen auch die Eisbären in die Schillingallee kommen

Es sind bereits mehr als 1000 Karten verkauft. 1700 Zuschauer finden maximal Platz. Und solch eine für die inzwischen 41 Jahre alte Sportstätte gigantische Zahl könnte durchaus erreicht werden! Denn die European Trophy ist der Vorläufer "der gewollten Champions League der europäischen Eis-

hockey-Vereine", so Andreas Häse, Geschäftsführer der Veranstaltungsagentur Nordstar GmbH. Ihr haben die Fans in Rostock, ja, von ganz Mecklenburg-Vorpommern das vom Niveau her garantierte "Spiel des Jahres" zu verdanken. "Wir stehen ohnehin immer in Kontakt mit den Hamburg Freezers, auch mit den Eisbären Berlin, die wir ja beide vor einigen Jahren schon einmal zu einem Freundschaftsspiel in Rostock begrüßen konnten. Das Problem ist, wir sind ja mitten im Sommer, und da ist das allgemeine Eishockey-Interesse noch nicht so groß. Aber nur in dieser Zeit, vor oder ganz am Anfang der Saison, ist so etwas möglich. Die Freezers könnten natürlich auch bei sich in Hamburg in der O 2 World spielen. Aber das ist ja gar keine richtige Eishalle. Das Eis wird da reingeschoben, und wenn dann nur 4000 bis 5000 Zuschauer kommen, machen die minus, denn die technischen Kosten sind immens", erläutert Häse und ergänzt: "Deshalb spielen die DEL-Vereine zu diesem Zeitpunkt des Jahres ganz gern auch mal außerhalb und betreiben auf diesem Weg Fanpflege. Die machen Werbung für sich selbst. Und warum sollte das die Mecklenburger Anhänger nicht animieren, vielleicht ein- oder zweimal pro Saison nach Hamburg oder Berlin zu fahren?!"

So ein bedeutendes internationales Event zu stemmen, geht selbstredend nicht ohne das Auflaufen beträchtlicher Kosten. Ein derartiger Höhepunkt, so Andreas Häse, sei natürlich um einiges teurer, als wenn wie üblich Oberligist REC Piranhas in der Schillingallee aufläuft. Es gehe konkret u. a. darum, Busse zu bezahlen, die Mannschaften zu verköstigen, gegebenenfalls auch mal ein Hotel zu organisieren. Wieder eingespielt werden solle die investierte Summe über die Eintrittsgelder, ist Häse optimistisch und begründet seine Zuversicht ganz salopp: "So ein Spiel ist doch eigentlich ganz witzig."

Zum allerdings "Riesenaufwand für drei Stunden Eishockey" gehöre auch, dass den Gästen nicht zugemutet werde, so wie die Cracks des REC sich in der Vereinsbaracke umzuziehen und die etwa 150 Meter bis zur Halle "durch den Wald zu latschen" (Zitat Häse). Die Hamburger - bei denen übrigens der Deutsch-Kanadier und Ex-REC-Coach Henry Thom Co-Trainer von "Chef" Benoit Laporte ist - werden sich im Anbau der Eishalle (sonst der Außer-Eis-Bereich der Shorttracker des ESV Turbine) "breit machen" dürfen. Die Schweden erwartet sogar etwas völlig Neues: Für sie werden auf der Seite der Anzeigetafel, wo sich unterhalb eine Flügeltür befindet, direkt am Gebäude Umkleide- und Sanitärcontainer aufgestellt inklusive ausgelegter Gummimatten zur Schonung der Schlittschuh-Kufen bzw. zur Vermeidung von Bodenschäden. Hinzu kommen beispielsweise Security-Anforderungen von etwa dreimal so hoher Intensität wie gewöhnlich. Außerdem kann nicht irgendwer eine solche Partie leiten. Es müssen schon lizenzierte DEL-Schiedsrichter sein, und die gibt’s auch nicht umsonst.

Der sonstige Hausherr REC wird am 8. September nicht fehlen: Er stellt das Kampfgericht, kümmert sich u. a. um die Bedienung der Uhr, und die Spieler werden sich, bevor es auch für sie richtig losgeht, im Publikum befinden.

"Schön wäre es natürlich", meint An-dreas Häse, "wenn man so etwas jedes Jahr machen könnte. Aber, wie gesagt, das geht nur in genanntem begrenzten Zeitraum. Wir werden auf jeden Fall einfach mal versuchen, 2013 den Deutschen Meister Eisbären Berlin nach Rostock zu kriegen."

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