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Elektro-Autos in Rostock : Rostock visiert den Sprung ins Elektro-Zeitalter an

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Aktionsplan soll zur Energiewende beitragen. Mobilitätslotse koordiniert Maßnahmen

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Busse, Autos, Fahrräder und selbst die Fähre im Stadthafen – in den nächsten Jahren will Rostock einen großen Teil seiner Fahrzeugflotte auf Elektro-Antrieb umrüsten. So sieht es ein Aktionsplan der Verwaltung vor, den die Bürgerschaft bereits bestätigt hat. „Die von der Bundesregierung angestrebten eine Million Elektroautos bis 2020 würden umgerechnet für Rostock mehr als 2500 Fahrzeuge bedeuten“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne).

Zugleich schränkt er ein: „Elektromobilität braucht eine ganz andere Infrastruktur und die gibt es in Rostock nicht.“ Deswegen soll eine vom Bund mit 85 Prozent der Kosten geförderte Projektstelle geschaffen werden. Die übrigen 15 Prozent, 22 500 Euro für 2017 und 2018, schießt die Hansestadt zu. „Weitere finanzielle Auswirkungen lassen sich kaum darstellen“, sagt Rostocks Mobilitätskoordinator Steffen Nozon. Dazu seien die einzelnen Maßnahmen noch nicht ausgereift genug. Eben dafür soll der neue Mitarbeiter sorgen.

Bisher umfasst der Aktionsplan insgesamt 23 Maßnahmen, erklärt Nozon. Darunter finden sich zeitnah angestrebte Vorhaben wie die Anpassung der Stellplatzsatzung, aber auch langfristige Projekte wie der Fährneubau für die Verbindung vom Kabutzenhof zum Gehlsdorfer Ufer. Für das aktuelle Schiff läuft die Bindungsfrist der Fördergelder 2018 aus. Es war 1998 gebaut worden. Der Nachfolger könnte nun mit modernem Elektroantrieb ausgerüstet werden.

„Wir können eine Vorreiterrolle einnehmen“, sagt Claudia Barlen aus der SPD-Bürgerschaftsfraktion. Andere Fraktionen stehen dem Konzept und insbesondere den Kosten für den Mobilitätslotsen kritisch gegenüber. „Wir können die Notwendigkeit nicht erkennen“, sagt beispielsweise Dr. Malte Philipp, Chef der Fraktion UFR/FDP. „Jedes Kind weiß heute, was mit Elektromobilität gemeint ist.“

In der Bürgerschaft wurden die Kritiker allerdings deutlich überstimmt. Damit könne Rostock einen wichtigen Beitrag leisten, so Matthäus: „Es geht um einen Baustein für die Energiewende, nicht nur ums Pedelec für den Senator.“ Deutschland hinke bei der Elektromobilität hinterher, steuere aber gerade um.

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