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Wintereinbruch : Rostock versinkt im Schnee: Zauber oder Fluch?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Weißes Gold schluckt den Lärm und lässt Kinderaugen strahlen / Autofahrer leiden unter dem Verkehrschaos

„Andrzej hat sich schon so lange gewünscht, dass er im Schnee spielen kann“, erzählt seine Mutter Thanh Van Vu. Dazu kommt der Familienbesuch aus Berlin gerade richtig, denn so kann Andrzej mit seiner Mutter und den Großeltern rodeln. „Ich habe schon ganz lange drauf gewartet, dass wir endlich Schlitten fahren können“, sagt der Sechsjährige begeistert. Einen Schneemann will er auch noch unbedingt bauen.

Die Schönheiten des Winters entdeckt auch Sina Hamburger immer wieder, wenn sie ihrer Hündin Ginger beim Tollen in der weißen Pracht zusieht. „Ginger liebt den Schnee. Dort fühlt sie sich pudelwohl.“ Doch nicht nur der Lindenpark ist bei dem schönen Winterwetter ein beliebtes Ausflugsziel, auch am Strand spielt die Rostockerin gerne mit ihrer Schafpudeldame. Dabei haben sich Stock und Ball als Spielzeug bewährt.

Während sich die einen von der Magie des Schneezaubers treiben lassen, sind die anderen froh, wenn in ein paar Monaten der Frühling wieder an die Tür klopft. Das Schneetreiben hat für Chaos auf Rostocks Straßen gesorgt. Die Polizei musste mehrfach in den frühen Morgenstunden ausrücken, um Unfälle aufzunehmen. Mehrere Fahrzeuge rutschten in Straßengräben, bei einem Unfall auf der Stadtautobahn wurde sogar jemand verletzt. Auf der Autobahn 20 in Höhe Bad Doberan hat ein Lkw eine Leitplanke durchbrochen. Der Fahrer blieb unverletzt. Es entstand ein Schaden von 25 000 Euro. „Am frühen Nachmittag hat sich die Lage wieder beruhigt. Die Autofahrer haben sich auf die Wetterverhältnisse eingestellt. Es kam hauptsächlich zu Blechschäden“, sagt Yvonne Hanske von der Polizeiinspektion Rostock. Im öffentlichen Nahverkehr kam es zeitweise zu erheblichen Verspätungen. Beinahe alle Buslinien waren betroffen. „Im Straßenbahnbereich gab es keine Probleme. Schon vor Betriebsbeginn sprühen wir unsere Oberleitungen mit Enteiser ein“, erzählt Beate Langner, Sprecherin der Rostocker Straßenbahn AG. Auch Schneepflüge seien unterwegs.

Doch etwas Gutes hat der Schnee dann doch noch: Er verringert den Lärm der Großstadt. „Die Hohlräume in den Schneekristallen schlucken den Umgebungslärm. Alle Geräusche werden tatsächlich leiser und das Gehör genießt die plötzliche Entspannung“, sagt Hörgeräteakustik-Meister Maik Schumacher. Die Schalldämmung sei eine gute Auszeit für die Ohren. Allein durch Verkehrslärm oder laute Musik können die Sinneszellen im Innenohr geschädigt werden.

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erstellt am 28.Jan.2014 | 05:00 Uhr

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