zur Navigation springen

Geringe Pacht: Landgericht muss heute entscheiden : Rostock und Gelsenkirchen streiten um Hotel

vom

Rostock und Gelsenkirchen streiten um einen Uraltvertrag aus dem Jahr 1991. Es geht um ein Hotel in Warnemünde, eine der exklusivsten Lagen an der Ostseeküste. Viel zu wenig zahle Gelsenkirchen, monieren die Rostocker.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2012 | 08:15 Uhr

Rostock | Die Städte Rostock und Gelsenkirchen streiten sich um einen Uraltvertrag aus dem Jahr 1991. Es geht um ein Hotel in Warnemünde, eine der exklusivsten Lagen an der Ostseeküste. Viel zu wenig zahle Gelsenkirchen, monieren die Rostocker, das Landgericht der Hansestadt muss heute entscheiden.

Der Vertrag, der für Rostock finanziell ungünstig ausfällt, ist nach Rostocker Auffassung rechtswidrig zustande gekommen. Denn die Kommunalaufsicht von Mecklenburg-Vorpommern habe dem Kontrakt nicht zugestimmt, was nach damals geltendem Recht aber zwingend vorgeschrieben gewesen sei.

Für zunächst jährlich 85 000 Euro, seit drei Jahren für 100 000 Euro Pacht bewirtschaftet Gelsen Log, eine hundertprozentige Tochter von Gelsenkirchen, das heutige Best Western Hotel mit 72 Appartements und Suiten. Nach Berechnungen der Stadt Rostock liegt die Pacht damit pro Quadratmeter bei 86 Cent. Der Nettoumsatz beträgt nach Angaben von Gelsen Log mehr als drei Millionen Euro pro Jahr, die Stadt Rostock geht von einem Gewinn von mehr als zwei Millionen Euro jährlich aus. Wegen dieser großen Spanne bezeichnete der Anwalt der Hansestadt den Vertrag sogar als sittenwidrig.

Gelsenkirchen hält dagegen, dass man damals den Komplex in einem extrem schlechten Zustand übernommen habe. Es sei sehr viel Geld investiert worden, deshalb verweist die Stadt Gelsenkirchen auf ihre Verdienste für den Standort. Rostock will diesem Argument vor Gericht widersprechen. Die Hansestadt bezieht sich dabei auch auf einen Fernsehbeitrag der DDR-Nachrichtensendung "Aktuelle Kamera" aus dem Jahr 1989. Darin werde der frisch sanierte Komplex vorgestellt.

Im ersten Antrag, der sich auf die angebliche Rechtswidrigkeit des Vertrags bezieht, verlangt die Stadt Rostock die Herausgabe der Immobilie. Ein weitergehender Antrag wegen angeblicher Sittenwidrigkeit sieht nach Angaben des Anwalts eine jährliche Pachtzahlung von 620 000 Euro statt wie bisher 100 000 Euro vor.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen