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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. September 2017 | 00:28 Uhr

Rostock streitet über Heli-Landeplatz

vom

svz.de von
erstellt am 25.Jun.2013 | 08:13 Uhr

Rostock | Ein Hubschrauberlandeplatz könnte am Ostende von Rostock entstehen. Im Gewerbegebiet in der Swienskuhlenstraße zwischen Neu Hinrichsdorf und Hinrichsdorf hat sich ein Flugunternehmen einen Standort für saisonale Charter- und Rundflüge über die Hansestadt ausgeguckt. Von der freien Fläche gegenüber dem Windkraftanlagenhersteller Eno Energy aus will das Unternehmen künftig Touristen die Hansestadt und das Ostseebad Warnemünde aus der Vogelperspektive zeigen. Gerade für Passagiere von Kreuzfahrtschiffen, die nur ein paar Stunden in Rostock verbringen, wäre ein Rundflug eine gute Gelegenheit, die Hansestadt im Schnelldurchlauf kennenzulernen.

Doch die Pläne liegen erst einmal auf Eis. Gestern hat das Unternehmen völlig unerwartet seinen bei der Rostocker Stadtverwaltung schon gestellten Bauantrag zurückgezogen. Das könnte jetzt die Suche nach einem anderen Standort oder auch weitere Änderungen bedeuten. "Der Antrag ist von der Tagesordnung im Ortsbeirat Gehlsdorf gestrichen worden, weil noch weitere Abstimmungen erfolgen müssen", sagt Ulrich Kunze, Sprecher der Stadtverwaltung. Ursprünglich sollte sich das Gremium gestern Abend mit dem Hubschrauber-Landeplatz befassen. Ortsbeiratsvorsitzender Kurt Massenthe (Für Rostock) aus Gehlsdorf meint: "Es wurden noch nicht alle Ämter mit in die Planung einbezogen, deswegen wurde der Antrag zurückgezogen." Das Hubschrauberunternehmen war gestern zu keiner Stellungnahme bereit.

Bereits im Mai hat der Rundfluganbieter beim Infrastrukturministerium eine Flugerlaubnis beantragt. "Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Aber die Zustimmung des Grundstückseigentümers liegt vor", bestätigt Karen Reinschmidt-Schilling, Sprecherin des Ministeriums. Erst wenn die Stadtverwaltung eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgibt, werde das Ministerium über die Fluggenehmigung entscheiden.

Der Grund für die Turbulenzen sei die problematische Lage des geplanten Landeplatzes, so Massenthe. "Besonders schwerwiegend ist die Nähe zur Swienskuhle. Aus diesem Grund erfolgt eine abschließende Betrachtung erst zu einem späteren Zeitpunkt", fügt er hinzu. Die Sorge um die Beeinträchtigung des Waldgebietes ist bei den Anwohnern von Hinrichsdorf, Gehlsdorf, Langenort und Krummendorf groß. Bei dem nahe gelegenen Gebiet handelt es sich um eine der letzten Rückzugsmöglichkeiten für Rehe und Wildschweine. Während der Start- und Landemanöver der Hubschrauber könnten besonders brütende Vögel und Schutz suchende Kleintiere gestört werden.

Auch die Bewohner befürchten, dass sie über die Sommermonate mit hohen Lärmpegeln zu rechnen hätten. Gerade einmal 640 Meter wäre der künftige Landeplatz vom Wohngebiet Hinrichsdorf und 800 Meter von Neu Hinrichsdorf entfernt. Regelmäßige Abflüge an Wochentagen und an Wochenenden sowie Routen, die permanent direkt über die Hansestadt führen, könnten ihre Ruhe gefährden. Ein weiteres Problem könnte der zwischen Krummendorf und Toitenwinkel - direkt in der Einflugschneise - geplante Stahlgittermast darstellen. Bis 2014 soll auf einem freien Feld der 250 Meter hohe Rundfunkmast, mit an drei Seiten befestigten Stahlseilen, entstehen. Dieses Hindernis könnte zu einer enormen Gefahr werden.

Eine ortsnahe Alternative würde der Start- und Landeplatz in Purkshof darstellen. Dort sind alle Gegebenheiten vorhanden, um Rundflüge für Urlauber gewährleisten und die Belästigungen für die Bewohner der Stadtdörfer in Grenzen halten zu können.

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