Jahresbilanz : Rostock startet Bau-Offensive

Oberbürgermeister Roland Methling
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Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling

Oberbürgermeister zieht ein Fazit: Jährlich sollen 1500 Wohnungen entstehen / Einwohnerzahl und Wirtschaft wachsen

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17. Dezember 2015, 12:00 Uhr

0,9 Prozent Leerstand bei der Wiro, bei den Genossenschaften sogar weniger als 0,5 Prozent – „wir müssen kräftig zulegen“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Ziel seien 1500 neue Wohnungen pro Jahr. Sozialbauprogramme allein sieht das Stadtoberhaupt bei 50 000 bis 80 000 Euro Kosten pro Unterkunft als falschen Weg an: „Das sozialste ist, mehr Wohnungen auf dem Markt anzubieten und damit auch den Preiswettbewerb ein Stückchen lenken zu können.“ Aktuell entstünden Häuser im Petriviertel, auf der Holzhalbinsel, am Weißen Kreuz, in Gehlsdorf, Lichtenhagen und Warnemünde.

„Die Mitarbeiter in den Behörden, insbesondere für die Baugenehmigungen, sind angespannt wie noch nie“, so Methling. Für ihn ist die hohe Nachfrage aber auch ein deutliches Zeichen für die Attraktivität Rostocks. Diese schlage sich in der wachsenden Einwohnerzahl nieder, die „ich am liebsten täglich auf den Tisch bekommen würde“, so der OB. Bis Jahresende erwartet er insgesamt rund 2000 neue Rostocker, sodass die Stadt die 206 000 Einwohner-Marke knacken werde.

Motor dieser Entwicklung sei die boomende Wirtschaft. Erstmals seit der Wende fiel die Arbeitslosenquote in der Hansestadt unter zehn Prozent. Der Landkreis habe zeitweise sogar eine sieben vor dem Komma vorweisen können. „Das hat in erster Linie mit der Nähe zu Rostock zu tun“, so Methling. Im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre sei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rostock um mehr als 1000 pro Jahr gestiegen. 2015 seien sogar 1500 neue Jobs hinzugekommen.

Davon profitiert auch die Kasse der Kommune. Im Konzern Stadt mit ihren Tochterunternehmen wie der Wiro, den Stadtwerken oder der Straßenbahn AG seien in den zurückliegenden zehn Jahren mehr als 400 Millionen Euro Verbindlichkeiten abgebaut worden. „Ich sehe durchaus die Chance, die noch vorhandenen Altdefizite im Umfang von knapp 150 Millionen Euro auch kurzfristig abzubauen“, sagt der Oberbürgermeister.

Dabei seien Einrichtungen wie das Volkstheater ebenfalls zum Sparen aufgefordert. Statt der aktuell jährlich 16,5 Millionen Euro als Zuschuss halte er „zehn Millionen zum Theaterspielen und zwei Millionen für einen Neubau für angemessen“, so Methling. Die gültige Zielvereinbarung mit dem Land schließt das aber aus. Sie regelt die Höhe der Zuschüsse bis 2019.

Für die Sanierung der Schleuse am Mühlendamm sieht das Stadtoberhaupt überhaupt keinen Handlungsspielraum im städtischen Etat. „Sie hat keinerlei Bedeutung für den Wirtschafts- oder Tourismusverkehr und auch ein Solarboot wird nie durch die Schleuse fahren“, so Methling.

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