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18. November 2017 | 11:38 Uhr

Rostock soll näher ans Wasser rücken

vom

svz.de von
erstellt am 08.Feb.2012 | 07:56 Uhr

Rostock | Eine Fußgängerbrücke über die Warnow, zusätzliche Aussichtspunkte und Gastronomie am Wasser sowie die Verlegung der Straße Am Strande in einen Tunnel - so sieht die Vision des Oberbürgermeisters für die weitere Entwicklung der Hansestadt aus. Nach seiner Wiederwahl am Sonntag stellte Roland Methling (parteilos) gestern seine Pläne für den Städtebau in den kommenden sieben Jahren vor. "Rostock muss sich ans Wasser entwickeln", sagte er. Das gelte für das gesamte Gebiet rund um den Inneren Breitling, vom Kabutzenhof über Stadthafen, Osthafen, das Gelände der Deponie Dierkow bis zur Promenade in Gehlsdorf. In einem dreistufigen Papier will Methling demnächst vorstellen, welche konkrete Ausgestaltung ihm dabei vorschwebt.

Für den zentralen Bereich im Stadthafen soll es einen Gestaltungswettbewerb geben. "Dabei sollen die Vorschläge ergebnisoffen diskutiert werden", so Methling. Allerdings will die Stadtverwaltung die ersten konkreten Ideen selbst auf den Tisch bringen: Noch in diesem Monat sollen verschiedene Varianten für den wichtigen Abschnitt Am Strande fertig sein. "Ich kann mir vorstellen, dass die Straße künftig in einer Breite von 340 Metern überquert werden kann", sagte der Oberbürgermeister. Die Fußgängerbrücke sieht er zwischen Haedgehalbinsel und dem Sportboothafen Gehlsdorf.

Methlings Vorstoß bei der Entwicklung des Stadthafens ist umstritten. Bereits im vergangenen Jahr hatte es heftige Kritik aus der Bürgerschaft gegeben, weil der Verwaltungschef Planungen angeschoben hatte, ohne dass es einen gültigen Beschluss dazu gegeben hätte.

Allerdings sieht sich Methling mit dem Wahlergebnis vom Sonntag, als er mit 53,8 Prozent der Stimmen wieder auf den Chefsessel im Rathaus gewählt wurde, bestätigt. "Ich werte diese Zahl als Rückenstärkung für meine Politik", sagte er. Er sei bereit, die Stadt jetzt gemeinsam mit den Fraktionen der Bürgerschaft weiterzuentwickeln und dafür näher zusammenzurücken. "Ich bin gespannt, welche Vorschläge und Ideen die Parteien haben", sagte er. Als positives Beispiel für eine bereits verbesserte Zusammenarbeit und Bürgerbeteiligung nannte Methling die Vorbereitung von Straßensanierungen in Warnemünde. Auch hier stehen in den nächsten Jahren weitere Projekte an.

Zusätzliche Schwerpunkte für die kommenden sieben Jahre sind laut Methling die Entwicklung der Mittelmole in Warnemünde, die Begrünung der Stadt und die Beseitigung städtebaulicher Missstände. "Dazu zählen noch der Hornsche Hof, die Eselföterstraße, der Glatte Aal oder die alte Molkerei", so Methling. Für die ehemalige Spirituosenfabrik Anker rechnet er noch in diesem Jahr mit einem Baubeginn. Im Herzen Rostocks soll auch die Nordseite des Neuen Marktes bebaut werden.

Am Kanonsberg sieht Methling außerdem die Möglichkeit, nachzubessern. An der Sanierung der alten Stadtbefestigung, die die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung, Stadtentwicklung und Wohnungsbau (RGS) Anfang 2011 fertiggestellt hatte, gab es Kritik von vielen Rostockern. Viele wünschen sich mehr Grün auf der historischen Anlage. "Wir haben die Kraft, auch in diesem Gebiet nachzubessern, zum Beispiel indem wir Bäume nachpflanzen", sagte der Oberbürgermeister. Allerdings müsse der Blick auf das Wasser dabei frei bleiben, denn schließlich sei die Entwicklung der Stadt ans Wasser das wichtigste städtebauliche Ziel.

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