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25 Jahre Rostock-Lichtenhagen : Rostock setzt auf Vielfalt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Abschluss der Gedenktage am Sonnenblumenhaus gefeiert. Reden von Betroffenen, Kulturprogramm und Konzerte vor zahlreichen Besuchern.

Mit der Einweihung eines steinernen Kunstwerks vor dem Sonnenblumenhaus ist in Rostock die Gedenkwoche zur Erinnerung an die rassistischen Krawalle von Lichtenhagen 1992 zu Ende gegangen.

Hunderte Menschen versammelten sich am Sonnabend an diesem Ort, um gemeinsam ein Zeichen des Erinnerns und des Mahnens zu setzen. Zur Einweihung wurden performative künstlerische Interventionen, Gedenkstücke von Künstler Stefan Krüskemper, Oscar Ardila und Michaela Nasoetion gegeben. Gesungene Zeitzeugenberichte erinnerten an den Schrecken von 1992.

Neben damals betroffenen Vietnamesen hielt auch Ibrahim Arslan – ein Opfer und Überlebender des Brandanschlages in Mölln – eine mahnende Rede. „Das Allerwichtigste ist, dass wir niemanden vergessen dürfen und dass wir uns gemeinsam gegen Rassismus und Faschismus stark machen müssen. Ebenso wollen wir trauern, denn Trauer ist die stärkste Form des Erinnerns“, gab er zu verstehen.

Das sieht Besucher Benjamin Geese genauso. Der 32-jährige Software-Entwickler nahm den weiten Weg aus Bonn auf sich, um gemeinsam mit anderen Besuchern ein Zeichen gegen rechte Gewalt zu setzen. „Für mich ist es sehr wichtig, hier zu sein. Ich finde, wir müssen alle aus den damaligen Ereignissen lernen und verhindern, dass so etwas Schreckliches ein zweites Mal passiert.“ Als ein gemeinsames Zeichen für ein friedliches Miteinander haben sich an diesem Sonnabend mehrere Vereine mit Ständen auf der Wiese nördlich des Sonnenblumenhauses eingefunden, um gemeinsam einen „Tag der Vielfalt“ zu veranstalten, aber auch um zu informieren und sich mit den Besuchern des Festes auszutauschen. Das Gespräch suchten auch Maria Lichtermann, Zue Huur Ben Hamed und Kathrin Handloik. Ihr Verein „Dien Hong – Gemeinsam unter einem Dach“ nahm die damaligen Anschläge als Anlass zur Vereinsgründung. „Wir bieten verschiedene Bildungsangebote an, um eine Verbindung zwischen vietnamesischen Zuwanderern und einheimischen Rostockern zu schaffen“, erklärt Handloik das Konzept ihres Vereins. „Rostock wurde damals zu einer ausländerfeindlichen Stadt gemacht. Wir wollen mit dieser Veranstaltung aber zeigen, dass Rostock eine weltoffene Stadt ist“, erklärt Elke Watzema, Vorstandsvorsitzende des Vereins Bunt statt braun.

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