Silvester : Rostock serviert Karpfen zum Jahresende

Ein guter Fang mit Tradition: In ihrem Fischmobil verkauft Händlerin Karla Zimmermann seit 18 Jahren frische Waren in Rostock. Gerade zu Silvester ist der lebendige Karpfen noch immer sehr beliebt und kommt auch bei Jüngeren immer öfter auf den Tisch.
Ein guter Fang mit Tradition: In ihrem Fischmobil verkauft Händlerin Karla Zimmermann seit 18 Jahren frische Waren in Rostock. Gerade zu Silvester ist der lebendige Karpfen noch immer sehr beliebt und kommt auch bei Jüngeren immer öfter auf den Tisch.

Auf den Wochenmärkten verkaufen die Händler traditionell lebendigen Fisch. Auch Dorsch ist beliebt. #wirkoennenrichtig

svz.de von
30. Dezember 2016, 08:00 Uhr

„Glatt und schier, so wie wir“, antwortet Karla Zimmermann ihren Kunden, wenn die fragen, woran sie gute Fischqualität erkennen. Seit 18 Jahren verkauft die Händlerin in ganz Rostock und Warnemünde die frische Ware aus Meeren und Seen. Kurz vor Jahresende ist die Nachfrage nach lebendigem Karpfen besonders hoch. „Einige gehen schon zu Weihnachten, aber gerade zu Silvester kommt bei vielen traditionell Karpfen auf den Tisch“, weiß Zimmermann.

Die lebendigen Tiere bekommt die Rostocker Händlerin von der Fischerei Dehmel aus Dabel in der Sternberger Seenlandschaft. Mit 7,50 Euro pro Kilogramm kosten die Speisefische genauso viel wie im vergangenen Jahr – ein Zeichen dafür, dass die Zucht konstant und gut läuft. Die etwa vier bis sechs Pfund schweren Karpfen gibt es bei Karla Zimmermann auf Wunsch ausgenommen oder komplett. Lebendig mit nach Hause nehmen und in der Badewanne schwimmen lassen, dürfen die Kunden den Fisch allerdings nicht mehr – das verbietet das Tierschutzgesetz.

Zu den Karpfenkäufern zählen je nach Marktstandort meist ältere Kunden – „aber auch jüngere Leute wagen sich wieder zunehmend öfter an die Bratpfanne und wollen die traditionellen Gerichte zubereiten“, berichtet Zimmermann. Doch längst nicht alle Kunden sind auf der Jagd nach dem traditionellen Karpfen. Auch Makrelen, Sprotten und vor allem Dorsch gehen bei der Fischhändlerin über den Tresen. „Viele mögen Dorsch lieber, weil er ein schön festes Fleisch hat und in vielen Variationen serviert werden kann“, sagt Zimmermann. Außerdem hätten die reduzierten Fangquoten, die ab dem neuen Jahr gelten, viele Leute verrückt gemacht. „Einige denken, dass sie dann vielleicht keinen mehr bekommen und schlagen jetzt noch mal richtig zu“, so die Fischhändlerin.

Wegen drohender Überfischung hatte die EU im Oktober neue Fangquoten für die Ostsee festgelegt. Demnach dürfen Fischer ab 2017 56 Prozent weniger Dorsch aus der westlichen Ostsee ziehen. Im östlichen Teil sind es 25 Prozent weniger. Erstmals gelten auch Obergrenzen für Freizeitfischer.

Hier gibt es Fisch: Neuer Markt: heute 8 bis 17 Uhr, morgen von 8 bis 13 Uhr; Reutershagen: heute 8 bis 16  Uhr, morgen 8 bis 13 Uhr; Lütten Klein: heute 8 bis 16 Uhr; Hannes-Meyer-Platz, Dierkow: heute 8 bis 16 Uhr, morgen 8 bis 13 Uhr; Fischmarkt Warnemünde: bis 2. Januar täglich 8 bis 17 Uhr

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