Rostock sagt Sprayern den Kampf an

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13. März 2013, 07:43 Uhr

Rostock | Es ist eine echte Sisyphos-Arbeit: Kaum sind die Graffiti-Schmierereien an den Hauswänden verschwunden, schon sind wieder neue da. Bald soll damit jedoch Schluss sein. Der Ortsbeirat der Kröpeliner-Tor-Vorstadt (KTV) hat den Sprayern nun den Kampf angesagt und gestern ein neues Konzept zur Graffiti-Prävention beantragt. Wie schlimm das Problem in der Stadt ist, das haben der Leiter des Rostocker Kriminalkommissariats, Achim Segebarth, und Kriminaloberkommissar Jürgen Burow erläutert. Burow ist Graffiti-Experte der Polizei und sagt: "

Nicht nur in der KTV sind Graffitischmierereien ein großes Problem. Allein an öffentlichen Gebäude, die sich in der Zuständigkeit des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) befinden, sind 2012 mehr als 100 Graffiti-Schäden aufgenommen worden. "Darunter waren 78 Schulen und zehn Verwaltungsgebäude", sagt KOE-Sprecher Nico Seefeldt. Dabei sei ein Versicherungsschaden von 32 000 Euro entstanden.

Schon heute gibt es in Rostock einzelne Graffiti-Präventionsmaßnahmen. Die Polizeiinspektion Rostock veranstaltet gemeinsam mit der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ein Antivandalismus-Projekt für Schüler. "Zielgruppe sind die Fünft- bis Siebtklässler. Ihnen wollen wir klar machen, dass Graffiti-Schmierereien echte Straftaten sind", sagt Polizei-Sprecherin Yvonne Hanske. Als bislang wirksame Präventiv-Maßnahme gegen die Schmierereien gelten Auftrags-Graffitis. Doch während früher der Ehrenkodex galt, Kunstwerke anderer nicht zu entstellen, schrecken viele Sprayer heute auch davor nicht mehr zurück, so Beate Langner, Sprecherin der RSAG. Jetzt ist die Stadt an der Reihe und soll ein innovaties Konzept für die KTV entwickeln, das später auch andere Stadtteile übernehmen könnten.

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