Expo Real : Rostock preist seine Flächen an

Am Überseehafen sollen sich mehr Produzenten und Logistiker für sich entdecken.
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Am Überseehafen sollen sich mehr Produzenten und Logistiker für sich entdecken.

Stadtplaner stellen attraktive Wohn- und Gewerbegrundstücke auf Messe in München vor. Hafenchef will Logistiker und Firmen anlocken #wirkoennenrichtig

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28. September 2017, 11:55 Uhr

Prognosen zufolge soll die Hansestadt bis 2035 um 25 000 neue Einwohner wachsen. Damit die bis dahin Platz zum Wohnen und Arbeiten haben, präsentieren städtische und private Unternehmen unter Federführung von Rostock Business vom 4. bis 6. Oktober bei der Expo Real in München, wo potenzielle Investoren ihr Geld in der Regiopolregion anlegen können. Dabei sollen Wohn- und Gewerbeflächen gleichermaßen vermarktet und entwickelt werden. Auch der Überseehafen will beim 14. Auftritt auf der Expo Real zulegen.

„Wir wollen nicht nur die Verkehre abwickeln, sondern Logistiker dazu bringen, sich anzusiedeln und ihre Geschäfte von Rostock aus Richtung Skandinavien, Baltikum und Russland zu steuern“, sagt Rostock Port-Chef Jens A. Scharner. Auch strebe er an, Flächen an Unternehmen zu vergeben, die mit den Umschlagwaren direkt vor Ort produzieren würden. Noch seien 40 Hektar im Hafen frei, besonders hoch die Nachfrage nach Flächen direkt an der Kaikante.

Außerdem anpreisen wollen die Rostocker Vertreter Flächen zur Wohnbebauung aus Bereichen des gut zehn Jahre alten Flächennutzungsplans wie das Filetstück am Rosengarten. Aber auch neue Areale, die erst im neuen Flächennutzungsplan berücksichtigt werden, sollen vermarktet und zum Teil gemeinsam mit Investoren entwickelt werden. „Dass wir mehr Wohnraum brauchen, steht fest. Wir müssen uns entscheiden, wie wir diesen gestalten wollen“, unterstreicht Chefstadtplaner Ralph Müller. So könnten die notwendigen 25 000 neuen Wohneinheiten eng gestrickt auf 100 Hektar entstehen oder bei loserer Bebauung auf 500 oder 600 Hektar. Zum Vergleich: Das derzeit auf Eis gelegte Projekt in Biestow sah 6700 Wohnungen für 13 000 Einwohner auf 345 Hektar vor.

Zwar sei Rostock mit seinen 181 Quadratkilometern – davon mehr als ein Drittel Heide und Wasser – endlich, so Müller. Dennoch rate er davon ab, für Gewerbe vorgesehene Flächen für den Wohnungsbau zu „opfern“: „Wenn die einmal aufgegeben sind, sind sie für die nächsten 50 Jahre weg“, sagt der Chefstadtplaner. Viel mehr wolle er Bereiche wie den Groten Pohl in der Südstadt, wo bereits für 700 Wohneinheiten gesorgt sei, mit Gewerbe und öffentlichen Einrichtungen auffüllen. Denkbar seien die Ansiedlung von Kulturstätten sowie weitere Forschungsstandorte der Uni. Ganz ähnlich verhalte es sich im Bereich der Neptun-Werft.

In der kommenden Woche wird sich Rostock zum 14. Mal auf der Fachmesse für Immobilien in München präsentieren. „Das Hauptziel ist es, Kontakte zu knüpfen, Aufmerksamkeit auf die Regiopolregion Rostock zu lenken und durch Vergleiche mit anderen Städten Erfahrungen zu sammeln“, erklärt Rostock Business-Geschäftsführer Christian Weiß. Dabei wolle Rostock hinsichtlich der bevorstehenden Jubiläen schon in diesem Jahr besonders sein Image als Hanse- und Universitätsstadt stärken.

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