WISSENSCHAFT : Rostock optimiert Schiffsmotoren

Großprojekt: Über drei Jahre betreuen vier Wissenschaftler wie Christian Fink und zwei Techniker das Low Emission Dual Fuel-Projekt. Dazu dient ihnen dieser 43 Tonnen schwere Ein-Zylinder-Forschungsmotor.  Fotos: Nicole Pätzold
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Großprojekt: Über drei Jahre betreuen vier Wissenschaftler wie Christian Fink und zwei Techniker das Low Emission Dual Fuel-Projekt. Dazu dient ihnen dieser 43 Tonnen schwere Ein-Zylinder-Forschungsmotor. Fotos: Nicole Pätzold

An der Maschinenbaufakultät forschen Mitarbeiter, wie Abgasemissionen gesenkt werden können und Kreuzliner effektiv bleiben

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22. April 2016, 12:00 Uhr

18 Prozent der globalen Stickstoffoxidemission gehen auf die internationale Schifffahrt zurück, besagen Studien. Mit dem Häfen für Kreuzfahrer und Container vor der Haustür spielt diese Umweltbelastung für Rostock eine wesentliche Rolle – auch für hiesige Forscher.

Die Universität Rostock arbeitet an modernen Schiffsdieselmotorenkonzepten. „Was uns antreibt, sind aktuelle Entwicklungen“, sagt der Doktor der Ingenieurwissenschaften Christian Fink. Neben Treibstoff werde auch viel Geld verbraucht. „Für die Schifffahrt wird der Druck immer größer.“ Der 41-Jährige ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren. Zusammen mit dem Lehrstuhl für Technische Thermodynamik beschäftigt der sich mit der Verbesserung des Gesamtwirkungsgrades und der Verminderung der Schadstoffemissionen von Verbrennungsmotoren, insbesondere von Vier-Takt-Schiffsdieselmotoren.

„Das Schiff ist das effizienteste Transportmittel, aber man kann und muss viel tun“, sagt Fink. Das machen die Lehrstühle in der Maschinenhalle in der Albert-Einstein-Straße an zehn Motorenprüfständen – von Pkw- über Lkw-, Traktor- bis Schiffsmotoren. Herausforderung für die 50 Wissenschaftler und Techniker, die dort arbeiten: „Niemand weiß, wohin sich das Kraftstoffangebot entwickelt“, sagt Fink. Deswegen spielen Diesel, Gas, Flüssigerdgas (LNG) oder auch Methanol eine Rolle. Aktuell größtes Projekt: Das Low-Emission-Dual-Fuel-Projekt. Über drei Jahre arbeiten vier Wissenschaftler und zwei Techniker an Brennverfahrenskonzepten für effiziente und emissionsarme Schiffsdieselmotoren. Die Gerätschaft, an der sie das tun, ist ein 43 Tonnen schwerer Ein-Zylinder-Forschungsmotor mit einem 3,5 Tonnen Schwungrad. Über das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fließen vier Millionen Euro.

Der Lehrstuhl für Thermodynamik beschäftigt sich mit Brennverfahrensentwicklung, so Oberassistent Dr. Jürgen Nocke: „Wir modellieren und simulieren beispielsweise das Dual-Fuel-Verfahren.“ Zu Förderern und Partnern zählen neben Ministerien auch Industrie und Vereine. Ein aktuelles Projekt ist auch B100. Im Mittelpunkt steht ein Deutz-Landmaschinenmotor. „Wir untersuchen die Auswirkungen des reinen Biokraftdieselbetriebs auf den Motor und die Abgasnachbehandlungssysteme“, sagt Fink. Partner sind zum Beispiel die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe, die Deutz AG oder auch die Union zur Förderung von Öl- und Proteinpflanzen. Von den Forschungsaktivitäten der Fakultät profitieren auch Studenten, für die so vieles platischer wird.

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