Flüchtlinge : Rostock öffnet neue Unterkünfte

Das ehemalige Physikalische Institut wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen wollen.
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Das ehemalige Physikalische Institut wird zur Notunterkunft für Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen wollen.

Ehemaliges Gebäude des Physikalischen Instituts und Fiete-Reder-Sporthalle werden Notunterbringungen.

svz.de von
21. September 2015, 10:00 Uhr

Die Stadt hat die Karten für die Unterbringung der Transit-Flüchtlinge wieder neu gemischt: Die Sporthalle in der Kopenhagener Straße, in die Flüchtlinge aus der Hanse Messe ziehen sollten, ist vom Tisch. Stattdessen ist gestern die Fiete-Reder-Halle in Marienehe bezogen worden. Sie war schon vergangene Woche geprüft worden. Überraschend kam jetzt: Eine weitere Notunterkunft wird im bisherigen Gebäude des Physikalischen Instituts der Universität Rostock geschaffen – für rund 250 Flüchtlinge. Damit löst sie die Sporthallen der Jenaplanschule und Petrischanze ab.

In der Physik sollen Geflüchtete unterkommen, die in Deutschland Asyl beantragen, erklärt Ordnungssenator Chris Müller (SPD). Den Umzug vorzubereiten sei dank der „tollen Zusammenarbeit mit der Universität“, aber auch der „großartigen Zusammenarbeit mit den bei ,Rostock hilft’ engagierten und Helfern“ gelungen, so Müller weiter.

Die Fiete-Reder-Halle hat die Stadt ein Stück weit dem Handball zu verdanken: „Darüber hinaus hat der HC Empor Rostock angeboten, vorübergehend auf Nutzungszeiten in der Fiete-Reder-Halle in Marienehe zu verzichten“, sagte Müller. Die Halle für rund 300 Menschen konnte daher seit gestern als „Notunterkunft für Geflüchtete genutzt werden, die über die Fährverbindungen von Rostock und Sassnitz nach Trelleborg weiterreisen“, sagte Müller.

Die Hanse Messe sollte von vornherein nur eine Lösung auf Zeit sein – bis heute. Sie war die größte Unterkunft für Flüchtlinge in der Stadt. In der Nacht auf Sonnabend schliefen dort 465 Menschen. Sie leer zu ziehen brauchte viele Anstrengungen: Berufs- und Freiwillige Feuerwehr, „Rostock hilft“, das Technische Hilfswerk und Dienstleistungsunternehmen arbeiteten dafür zusammen.

Senator Müller teilt sich turnusmäßig die Leitung des Verwaltungsstabes mit Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Beide betonen übereinstimmend ihre Dankbarkeit für das zivile Engagement in der Stadt. Es seien enorme Herausforderungen zu bewältigen. Sie dankten all denen, die mit ihnen gemeinsam „den Geflüchteten Hilfe und Unterstützung gewähren“. Glücklich sind beide mit der aktuellen Situation dennoch nicht, auch wenn sich die Bedingungen für Geflüchtete durch die Umzüge hoffentlich verbessern würden, so Bockhahn. „Die Nutzung von Notunterkünften und Sporthallen können nur Übergangslösungen sein“, so der Sozialsenator. Unter Hochdruck würden weitere Möglichkeiten der Unterbringung, insbesondere auch für reguläre Gemeinschaftsunterkünfte, gesucht.

Aktuell hat die Stadt noch eine weitere Großunterkunft – die ehemalige HWBR in Marienehe für 267 Flüchtlinge, die in Deutschland Asyl beantragen wollen.

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