Rostock öffnet den IGA-Park

Als grüne Oase zwischen Groß Klein und Schmarl entstand das Gelände 2003
1 von 4
Als grüne Oase zwischen Groß Klein und Schmarl entstand das Gelände 2003

svz.de von
13. März 2013, 06:16 Uhr

Rostock | Zehn Jahre nach der Gartenschau sollen weite Teile des IGA-Geländes in einen frei zugänglichen Volkspark umgewandelt werden. Das hat Karina Jens (CDU), Aufsichtsratsvorsitzende der IGA 2003 GmbH, gestern bekannt gegeben. Ab wann die Regelung greift und welche Teile des Parks sie genau umfasst, ist allerdings noch nicht klar. Frühestmöglicher Termin für eine Öffnung wäre der Mai - dann läuft die Zehn-Jahres-Auflage zur Weiterführung der IGA GmbH als steuerpflichtiges Unternehmen aus. Sie war eine der Bedingungen für die damals ausgereichten Fördermittel. "Den einen Euro Eintritt mussten wir bislang aus steuerrechtlichen Gründen erheben", sagt Jens. Das ist jetzt vorbei, sodass dem Park neue Chancen eröffnet werden.

Er soll künftig generell an Attraktivität zulegen. Dazu feilt die Arbeitsgemeinschaft Hager und Partner derzeit an einem Entwicklungskonzept, das auch das Traditionsschiff samt Schifffahrtsmuseum einbezieht. Das Team aus Architekten, Ausstellungsgestaltern und Marketingexperten hatte sich in einem Wettbewerb gegen 13 andere Bewerber durchgesetzt. In einem ersten Schritt analysieren sie die bestehenden Parkinhalte, die Rolle des Schifffahrtsmuseums und das Marketing. Außerdem hoffen sie auf Anregungen aus der Bevölkerung, die über die Internet-Seite www.iga-park-rostock.de abgegeben werden können. Im Mai ist darüber hinaus ein Parkgespräch geplant.

Fahrgastschiffe sollen wieder anlegen

"Die Fertigstellung des Konzepts ist für August vorgesehen", sagt IGA-Geschäftsführer Jörg Vogt. Es soll die inhaltliche und räumliche Neuordnung des Parks und Museums regeln, das Marketing verbessern und Angaben zu den Kosten für die Umgestaltung machen. Die anschließende Umsetzung wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen, erste inhaltliche Ideen gibt es aber schon jetzt. Wichtigster Bestandteil dabei ist das Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff, das um einen landseitigen Anbau erweitert werden könnte. Dafür wurde schon in den Planungen für 2003 der Platz neben der historischen Bootswerft reserviert. "Rostock soll das Museum bekommen, das es aufgrund seiner langen maritimen Geschichte verdient", sagt Jens.

Dazu gehöre aber auch eine moderne Ausstellungsgestaltung. "Die Ansprüche gehen heute darüber hinaus, vor einer Vitrine zu stehen und nichts anfassen zu dürfen", sagt Jens. Der Besucher erwarte ein spannendes Erlebnis, zu dem der gesamte Park beitragen könne. Schließlich biete das Gelände neben dem Tradi, dem Betonschiff und dem Schwimmkran "Langer Heinrich" schon heute eine Minigolf- sowie eine Skateranlage. Weitere gastronomische Einrichtungen könnten folgen, beispielsweise am kleinen Sandstrand. Der werde von vielen Familien aus den umliegenden Neubaugebieten gerade im Sommer gerne genutzt, so Jens: "Rund um das Gelände wohnen immerhin 80 000 Rostocker."

Sie will aber auch die Anbindung an die anderen Stadtteile und den S-Bahnhof verbessern. So sollen neben den Rostockern auch mehr Touristen in den IGA-Park gelockt werden. Einfacher würde das unter anderem durch einen Ausbau der Radwege sowie der wasserseitigen Verbindung von Warnemünde und dem Stadthafen aus. "Gespräche mit den Fahrgastschiffern hat es immer gegeben, aber das Anlegen muss sich rechnen", sagt Jens. Bislang sei die Nachfrage der jährlich 150 000 Park- und 25 000 Museumsbesucher nicht gegeben. Das könnte sich auch durch ein weiteres Projekt ändern: die Ansiedlung einer Wasserski-Anlage. Im vergangenen Jahr fehlte dafür noch die Baugenehmigung, die heute aber kein Problem mehr darstelle, so Jens. Die potenzielle Investorin habe sich derzeit allerdings aus persönlichen Gründen zurückgezogen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen