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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 09:42 Uhr

Wirtschaft : Rostock: Nordex kauft Konkurrenten

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Windturbinenbauer Nordex übernimmt spanische Acciona Windpower für 785 Millionen Euro / Expansion nach Amerika / Neuer Großaktionär

von
erstellt am 06.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Windanlagen-Hersteller Nordex übernimmt für 785 Millionen Euro den spanischen Wettbewerber Corporatión Acciona Windpower. Gestern bestätigten das Rostocker Unternehmen und Acciona Energia den Deal, mit dem sich die Rostocker endgültig in die absolute Spitzenriege der Onshore-Windkraftbranche katapultieren.

„Mit der Übernahme können wir sehr viel stärker in Amerika tätig werden“, sagt Unternehmenssprecher Ralf Peters. Die Spanier verfügen bereits über Montagewerke in den USA und Brasilien, zwei im eigenen Land und eins, das gerade in Indien errichtet wird. „Unser Hauptziel ist es, Schwankungen der Nachfrage auszugleichen“, sagt Peters. Im Gegenzug für den Verkauf steigt der spanische Mutterkonzern als Großaktionär bei Nordex ein. Neben einer Barzahlung von 366,4 Millionen Euro erhält er neu ausgegebene Aktien im Gesamtwert von 418,6 Millionen Euro. Außerdem verkaufen BMW-Erbin Susanne Klatten und ihr Mann Jan – Aufsichtsratsmitglied bei Nordex – für 335 Millionen Euro einen Teil der eigenen Wertpapiere an die Spanier. Diese verfügen damit über 29,9 Prozent der Stimmrechte. Ab 30 Prozent hätten sie allen anderen Anteilseignern ein offizielles Übernahmeangebot machen müssen. Diesen Prozentsatz darf Acciona laut Vertrag in den kommenden drei Jahren nicht überschreiten. Und auch danach sei keine Übernahme anvisiert, so Peters: „Das ist Stand heute ganz klar nicht deren Intention.“ Kerngeschäft von Acciona sind erneuerbare Energien, unter anderem der Bau und Betrieb von Windparks. Weil es für die eigenen Projekte keine geeigneten Turbinen gab, bauten die Spanier notgedrungen eine eigene Tochterfirma auf – die nun verkaufte Acciona Windpower. „Für sie ist wichtig, Einfluss darauf zu haben, welche Turbinen entwickelt werden“, sagt Peters. Das sei unter anderem durch je zwei Plätze im Aufsichtsrat und im Vorstand sichergestellt.

Für das Rostocker Werk hat die Übernahme laut Peters keine direkten Folgen: „Wir werden weiterhin wesentlich die europäischen Märkte aus der Hansestadt bedienen.“ Die Übernahme sichere langfristig Arbeitsplätze.

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