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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. Oktober 2017 | 01:30 Uhr

Bilanz : Rostock nach der Rekord-Sturmflut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

14 Einsätze mit 130 Kräften bei Alarmstufe 3. Neue Schutzmaßnahmen geplant

von
erstellt am 05.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Die Hansestadt hat das Sturmhochwasser überstanden. Mittwoch und gestern erreichte es Pegelstände von 6,6 Metern in Warnemünde und 6,68 Metern auf der Unterwarnow am Mühlendamm. Damit lag der Pegel bis zu 1,54 Meter über mittlerem Wasserstand. Vereinzelt drang Wasser in Häuser der Östlichen Altstadt, am Stadthafen, im Petriviertel und in Warnemünde ein. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Mittleres Mecklenburg rief Alarmstufe 3 aus.

„Wir waren gut vorbereitet“, sagt Brandamtmann Stefan Kieckhöfer vom Brandschutz- und Rettungsamt. Die stärkste Sturmflut seit zehn Jahren habe Rostock nicht so hart getroffen wie andere Küstenregionen. Die Feuerwehr rückte bis gestern Mittag 14-mal aus. „Wir waren mit 130 Kollegen im Einsatz – von der Feuerwehr, freiwilligen Feuerwehr, Wasserwehr und dem Technischen Hilfswerk“, sagt Kieckhöfer. Sie pumpten Wasser aus Gebäuden, legten 3000 Sandsäcke, stellten Straßensperren. „Zu keiner Zeit sind wir an unsere Grenzen gestoßen – weder materiell noch personell.“ Schwerpunkt war wieder die L 22. Die Straße Am Strande stand wie der Hafen unter Wasser, musste kurzzeitig gesperrt werden, ebenso wie der Verbindungsweg, was den Berufsverkehr behinderte. Das Warnowwasser drückte wohl von unten hoch.

„Wir werden uns die Regenentwässerung, das unterirdische Wassersystem noch mal angucken und mit mehr Rückstauklappen arbeiten“, so Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Das habe sich in Warnemünde am südlichen Strom bewährt. Aufatmen sollen bald auch die Anwohner des Petriviertels. Die neuen Häuser hielten stand, aber die alten an Gerber- und Fischerbruch waren mit am stärksten betroffen. Matthäus will die Anwohner zu einer Beratung einladen, klären, wo und wie das Wasser ausgetreten ist und mit den Fachämtern schnelle Lösungen finden.

Die Rostocker Heide traf die Sturmflut vor allem Richtung Graal-Müritz. Dutzende Bäume liegen auf dem Strand. „Die Restdüne am Heiligen See hat gehalten, danach sah es am Abend vorher nicht aus“, sagt Stadtförster Jörg Harmuth.

In der Innenstadt fiel die Fähre aus, Busse verspäteten sich. Im öffentlichen Raum gibt es kaum Schäden zu beklagen, sagt Stadtsprecher Ulrich Kunze. Ausnahme: das frisch zurückgekaufte Hafenhaus. Dem lief der Keller voll Wasser. „Das Hochwasser war noch einmal eine Erinnerung an alle, den Hochwasserschutz nicht zu vernachlässigen“, sagt Kunze. Beim Amt war Mittwochabend ein Führungsstab gebildet worden, der sich nach 1 Uhr gestern wieder auflöste. Die Alarmstufe 3 wurde um 0.19 Uhr aufgehoben, von da an sank der Wasserstand. Um 10.44 Uhr ging bei der Feuerwehr die Meldung ein, dass auch die letzte Warnstufe beendet ist.

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