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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 13:41 Uhr

Umwelt : Rostock misst den Feinstaub

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Welche Belastung entsteht tatsächlich durch die vielen Kreuzfahrtschiffe? Station in Markgrafenheide nimmt Betrieb auf.

svz.de von
erstellt am 22.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Mit den Kreuzfahrtschiffen kommt nicht nur das Urlaubsfeeling, sondern auch die Belastung durch Feinstaub. Das ist bekannt und war jetzt erneut Thema im Ortsbeirat Markgrafenheide. Allerdings hat sich einiges getan: „Wir haben auch in Hohe Düne eine Mess-Station“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). „Damit haben wir endlich Ergebnisse in der Hand, die über gefühlte Eindrücke hinausgehen“, sagt er. Gefühlt hat sich für Anwohner Jürgen Brandt aus dem Tonnenhof nichts geändert. Es ist immer noch eine zu hohe Belastung für alle, die dort leben. Von 16 000 Vorbeifahrten geht die Hafen-Entwicklungsgesellschaft 2015 aus. „Ich habe errechnet, dass die Kreuzfahrtschiffe durch die langen Liegezeiten mehr Ruß und Gestank als Fährschiffe verursachen, die in kurzer Zeit vorbeifahren“, so Brandt.

Positiv wirkt sich in dieser Debatte aus, dass die Nord- und Ostsee seit Anfang des Jahres zu Schutzzonen erklärt worden sind, wo der Schiffstreibstoff nur noch einen Anteil von 0,1 Prozent betragen darf.

Die AG Kreuzfahrthäfen umfasst alle relevanten Ostseehäfen, Bergen, Oslo und Hamburg und trifft sich im September. „Da werden wir ein öffentliches Forum organisieren und die Erfahrungen aus den anderen Städten erläutern“, sagt Matthäus. Außerdem arbeiten alle an einer Absichtserklärung namens Letter of Intent (LOI). Mit dieser positionieren sich die Unterzeichner dazu, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um die Umweltbelastung zu minimieren. „Da die vorherrschende Windrichtung West/Nordwest als gegeben angesehen werden kann, ist ein Beitritt des Ortsbeirats zum LOI geboten“, sagte Beiratsmitglied Dieter Mergelkuhl.

Hamburg ist Rostock einen Schritt voraus: Am 30. Mai wird dort eine Power Barge eingeweiht, mit der die Kreuzliner seeseitig mit Strom versorgt werden können. Was viele nicht wissen: „Nur zehn Prozent der Schiffe haben die Möglichkeit, Landstrom abzunehmen“, so Matthäus. Er arbeitet mit anderen an Lösungen. Erst wenn alle Partner die Deklaration unterschrieben haben, wird daraus ein Konzept, das anschließend in die Bürgerschaft gehen kann. Das Land hat bereits signalisiert, Landstrom zu fördern, um die Umweltbelastung durch die Kreuzfahrtschiffe zu senken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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