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14. Dezember 2017 | 11:24 Uhr

Rostock lechzt nach Wasser

vom

svz.de von
erstellt am 02.Aug.2013 | 10:24 Uhr

Rostock | Die Linden auf dem Warnemünder Kirchenplatz sind André Rottmanns "Anzeigebäume". An ihnen sieht der Mitarbeiter des Stadtgrünamts, wie sehr sommerliche Trockenheit den Bäumen zusetzt und ob sie extra Wasser brauchen. Mit einem 800-Liter-Tankfahrzeug fahren Rottmann und seine Kollegen dann durch Rostock, um ausgewählte Bäume zu wässern. "Hier hatte die lange Trockenheit den Linden schon ganz schön zugesetzt", sagt Rottmann und zeigt auf die leicht gebogene Spitze einer Linde, an der einige gelbe Blätter schlapp herunterhängen. "Aber die bekommen wir wieder gut hin", sagt er und dreht den Hahn auf. Sein Kollege Steve Schmidt führt den Schlauch, durch den nun etwa 150 Liter fließen. "Pro Baum rechnen wir 100 Liter. Wenn er von einer größeren Pflanzfläche umgeben ist, bis zu 200 Liter", erklärt Rottmann. Wenn der Tank leer ist, geht es zum Nachtanken an den Schwanenteich, dann auf die nächste Tour.

Junge Bäume brauchen besondere Pflege

Als Team Jungbaumpflege kümmern sich Rottmann und seine Kollegen besonders um die Linden, Ahorne oder Lärchen, die erst in den vergangenen Jahren gepflanzt wurden. "Alles, was man an jungen Bäumen versäumt, rächt sich später", sagt der Fachmann. Er freut sich über die Rostocker, die ebenfalls ein Auge auf die Straßenbäume und Grünflächen vor ihrer Tür haben. Denn überall gleichzeitig können er und sein Team nicht sein.

An einigen Stellen ist Gießen nicht notwendig. In der Breiten Straße zum Beispiel hat die Stadt ein unterirdisches Bewässerungssystem installiert, das morgens um 4 Uhr startet. Auch die Saison-Blumenbeete in der Langen Straße, Am Alten Strom oder an der Warnemünder Promenade werden automatisch bewässert.

Eurawasser verzeichnet Rekord-Verbrauch

Nicht nur auf öffentlichen Grünflächen, auch in Privathaushalten wird bei Hitze und Trockenheit deutlich häufiger der Wasserhahn aufgedreht. Das macht sich beim Versorger Eurawasser bemerkbar. Zwischen 38 und 40 Millionen Liter pro Tag fließen seit Beginn der Hitzeperiode Mitte Juli aus dem Wasserwerk Rostock zu den Verbrauchern in der Hansestadt und dem Umland. Normalerweise liegt der Verbrauch bei gerade mal 32 Millionen Litern täglich. Der absolute Spitzenwert dieses Jahres wurde mit 40,075 Kubikmetern am vergangenen Sonnabend erreicht. "Wir führen den Rekord auf den Touristenansturm zurück", sagt Eurawasser-Sprecherin Gabi Kniffka. Außerdem würden Verbraucher häufiger duschen, sich erfrischen, ihre Pflanzen gießen und Gärten sprengen. Der Nachwende-Rekord von 45 Millionen Litern am Tag aus dem Sommer 2004 sei trotz der anhaltenden Schönwetter-Periode aber noch nicht erreicht worden. Auch am bislang heißesten Tag dieses Jahres, dem 19. Juni, wurden lediglich 35,7 Millionen Liter verbraucht.

Auch wenn für heute wieder Temperaturen von 27 bis 33 Grad Celsius vorausgesagt sind, brauchen die Rostocker keine Engpässe in der Wasserversorgung zu fürchten. Das Wasserwerk in der Blücherstraße hat eine Kapazität von 90 Millionen Litern am Tag: Des Weiteren wird das Trinkwassernetz über den Hochbehälter in Biestow gespeist. Der Trinkwasserbehälter hat ein Volumen von zehn Millionen Litern und liegt auf einem Hochpunkt im Süden der Stadt. Dadurch fließt das Wasser in freiem Gefälle ins Trinkwassernetz und gelangt durch den natürlichen Druck in die Rostocker Haushalte.

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