Rostock lässt den Minister abblitzen

svz.de von
06. März 2013, 09:46 Uhr

Rostock | Theaterfusion ja oder nein? Die Rostocker Bürgerschaft hat sich gestern Abend die Pistole von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) nicht auf die Brust setzen lassen. Zwar soll es Verhandlungen über einen möglichen Zusammenschluss mit dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin geben - zugleich besteht Rostock aber darauf, dass auch eine Eigenständigkeit des Volkstheaters weiter im Spiel bleibt. "Wir sollten uns nicht schon im Vorfeld ergeben", sagte Finanzausschuss-Vorsitzender Steffen Bockhahn (Linke).

Zuvor hatte Brodkorb damit gedroht, Landeszuschüsse zu streichen, falls sich Rostock den Gesprächen zu einer Orchesterfusion oder vollständigen Verschmelzung beider Häuser verweigert. Auch ein Ultimatum setzte der Bildungsminister: Am 19. März sollen die ersten Verhandlungen an seinem Tisch stattfinden.

Nach dem Willen der Rostocker Bürgerschaft soll nun aber zunächst Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) ein Papier aufsetzen, mit dem die Hansestadt in die Gespräche geht. An dem Verfahren sollen Theaterleitung, Verwaltung und Politik beteiligt werden. Die Mehrheit der Bürgerschaft war davon überzeugt, mit dieser Lösung die Rostocker Interessen in der Landesdebatte am besten wahren zu können. "Auf Dauer werden wir es nur mit einer Kooperation hinbekommen. Das ist aber besser, als gar kein Volkstheater mehr zu haben", sagt Frank Giesen (CDU).

Nun hängt alles davon ab, wie Brodkorb die Rostocker Beschlüsse auffasst. Schließlich hatte er gefordert, dass die Stadt eine bindende Absichtserklärung unterschreibt. Dieser so genannte Letter of Intent legte unter anderem fest, dass ausdrücklich über die beiden Fusionsvarianten verhandelt werden sollte. Der Erhalt der Eigenständigkeit des Volkstheaters war nicht vorgesehen.

Gestern flammte in der Bürgerschaft denn auch die Debatte erneut auf, wie viele Sparten an der Rostocker Bühne überhaupt erhalten werden können. Oberbürgermeister Methling sagte, er sehe in Rostock langfristig nur eine Perspektive für Schauspiel und Philharmonie. Bei den Kommunalpolitikern stieß er damit auf ein geteiltes Echo.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen