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23. Oktober 2017 | 08:29 Uhr

Rostock kann von Russland proftieren

vom

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2012 | 09:28 Uhr

St. Petersburg/Rostock | Russland will seinen Seehandel bis 2030 auf 1,2 Milliarden Tonnen im Jahr mehr als verdoppeln. Vor allem Rostock könnte profitieren. Denn den Frachtrouten über die Ostsee wird dabei größte Bedeutung beigemessen. Wie Vertreter der russischen Regierung und der westrussischen Häfen gestern auf einer Fachkonferenz in St. Petersburg betonten, gelten deutsche Ostseehäfen dabei als wichtige Anlaufstellen.

Als wichtige Voraussetzung für größere Umschlagmengen nannte der Chef der Rostocker Hafenentwicklungsgesellschaft Ulrich Bauermeister die Vertiefung der Zufahrt zum größten Hafen des Lands auf 16,50 Meter. "Das größte Wachstum ist sicher bei den Massengütern zu erwarten, die mit großen Schiffen transportiert werden. Da reichen 13,50 Meter, die wir jetzt bieten, nicht aus. Die Hafenausbaggerung muss in den neuen Bundesverkehrswegeplan, damit wir 2016 loslegen können", so Bauermeister.

Mehr als zwei Drittel der in den Häfen Mecklenburg-Vorpommerns umgeschlagenen Güter laufen über Rostock. Laut Bauermeister macht das Russlandgeschäft dort gut 20 Prozent des jährlichen Umschlags von derzeit etwa 26 Millionen Tonnen aus. Zuwächse erhofft er sich auch im Containertransport von und nach Russland. "Wir haben einen Reeder für die Route und auch die Schiffe. Jetzt müssen wir noch die Waren bekommen", sagt Rostocks Hafenchef.

Auf zusätzliche Güter und eine bessere Auslastung hoffen auch die Betreiber der im Juni in Betrieb genommenen Eisenbahn-Fährverbindung zwischen Sassnitz auf Rügen und dem russischen Ust-Luga. Es ist die einzige Route nach Westeuropa, auf der Züge mit russischer Breitspur transportiert werden können, maximal 49 Waggons. "Die Entwicklung der Fährlinie ist eine Herkulesaufgabe. Das Potenzial ist auf jeden Fall da. Russland ist ein Bahnland und die Eisenbahnfähre dem Land eine Herzensangelegenheit. Die Bahn in Deutschland ist leider raus aus dem Projekt", so der Chef des Sassnitzer Fährhafens, Harm Sievers.

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