Streitfall Heringe : Rostock ist gegen Angelverbot

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Ostsee-Heringe liegen an Bord des Fischkutters. /Archiv
Ostsee-Heringe liegen an Bord des Fischkutters. /Archiv

Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski: Verbot in keinem Verhältnis zum erzielbaren Effekt.

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09. Oktober 2018, 20:00 Uhr

Angler dürfte es freuen: Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sieht derzeit keinen Bedarf, das Heringsangeln in der Innenstadt zu verbieten. Die dabei erreichte Fangmenge sei für die Entwicklung der Fischbestände in der Ostsee von untergeordneter Bedeutung, so Finanzsenator Chris Müller-von Wrycz Rekowski (SPD). Daher stünde ein Verbot in keinem Verhältnis zum erzielbaren Effekt.

Zuvor hatte die Tierrechtsorganisation Peta Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) schriftlich gebeten, für die Gewässer in der Rostocker Innenstadt ein Angelverbot zu erlassen. Denn auch dort säumten Heringsangler besonders im Frühjahr die Stadtufer, um laichende Elterntiere zu fangen, hieß es.

Heringbestand in westlicher Ostsee sinkt

Der Hering der westlichen Ostsee gilt als gefährdet, hatte Peta mitgeteilt. Der Internationale Rat für Meeresforschung empfehle, die Heringsfischerei vor der westlichen Ostseeküste 2019 ganz auszusetzen. Das Institut für Ostseefischerei stellte fest, dass Elterntiere fehlten, die in den kommenden Jahren für Nachwuchs sorgen müssten.

Wissenschaftlichen Erkenntnissen folgend sei es richtig, dass der Heringsbestand der westlichen Ostsee rückläufig ist, hieß es von der Stadtverwaltung. Dies werde unter anderem beeinflusst durch die Erwärmung der Ostsee, sich verändernde Lebensbedingungen und durch die Berufsfischerei.

Vor diesem Hintergrund würden die Fischerei-Minister der EU-Staaten Mitte Oktober die Fangquoten für 2019 beraten und eventuell Schutzmaßnahmen beschließen. Es sei dann Aufgabe des zuständigen Landesamtes, daraus die nötigen Schlussfolgerungen für Mecklenburg-Vorpommern zu ziehen.

Angeln gehöre zu Rostock

„Aus Sicht der Hanse- und Universitätsstadt Rostock gehört das Angeln als Form des Naturerlebnisses und der Freizeitgestaltung zur Kultur und Tradition entlang der Warnow“, sagte Senator Chris Müller-von Wrycz Rekowski. Viele Rostocker seien begeisterte Angler. Und auch zahlreiche Gäste nutzten ihren Aufenthalt, um zu angeln.

Im Übrigen habe es im Bereich des Rostocker Fischereirechts in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Veränderungen gegeben, so die Stadtverwaltung. So sei es durch die Einführung des Internationalen Codes zur Gefahrenabwehr auf Schiffen und Hafenanlagen 2004 zu Angelverboten in den Hafengebieten gekommen.

Diese Areale seien zur Heringssaison bei Angler sehr beliebt gewesen. Zudem habe der Verkauf von Angelscheinen stark abgenommen. Deshalb könne davon ausgegangen werden, dass sich die Fangmengen durch Freizeitangler insgesamt deutlich reduziert haben.

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