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Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 10:51 Uhr

Studie : Rostock hat zu wenig Hebammen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Online-Befragung soll verlässliche Zahlen liefern

Dass es in der Hansestadt und dem Landkreis zu wenig Hebammen gibt, beklagen viele Familien. Dass es auch Nachholbedarf bezüglich der Vernetzung und des Informationsflusses zwischen denjenigen gibt, die den Beruf ausüben, will die Rostocker Diplompädagogin Noreen Naranjos Velazquez mithilfe einer Online-Befragung zu ihrer Doktorarbeit nachweisen.

„Auf der Website können Hebammen und Familien anonym die auf sie abgestimmten Fragebögen ausfüllen“, sagt Naranjos. Dabei sollen Hebammen darüber Auskunft geben, ob sie sich über die aktuellen Entwicklungen im Berufsfeld ausreichend informiert fühlen. Familien sollen bewerten, wie gut sie sich beraten fühlen und ob sie überhaupt die Chance bekommen haben, passende Angebote der frühen Hilfe in ihrer Region in Anspruch zu nehmen. „Stellen Sie sich vor: Das Baby schreit die ganze Nacht, der Partner hat sich aus dem Staub gemacht und auch die Familie weiß nicht, wie sie der jungen Mutter helfen soll“, beschreibt Naranjos Probleme, die oft nur mit professioneller Hilfe gelöst werden können. Doch wüssten viele der frischgebackenen Eltern gar nicht um die Angebote früher Hilfen. Für manche seien die Sozialisierung in einer Krabbelgruppe oder Massagen für Babys und Kleinkinder die Lösung, andere bräuchten eher psychologische Beratung. „Der Hebammenberuf bewegt sich zwischen Medizin und dem sozialen Bereich. Man braucht Kompetenzen in beiden Bereichen“, sagt Uni-Professorin Tanja Jungmann vom Institut für Sonderpädagogische Entwicklungsförderung und Rehabilitation. Die Professorin betreut Naranjos Studie, die bereits seit Mai und noch bis zum 6. Januar läuft.

Um auf die Umfrage aufmerksam zu machen, haben Helfer Handzettel in Kitas, bei Tagesmüttern, in Freizeitzentren und Treffs verteilt. „Durch die Studie wollen wir verlässliche Zahlen vorlegen, auf die sich auch die Entscheidungsträger in der Politik stützen können“, sagt Jungmann. Bis jetzt haben etwa 35 Hebammen und einige Familien an der Umfrage teilgenommen. Um verlässliche Zahlen zu erhalten wünschen sich Naranjos und Jungmann, dass mehr als 500 Familien die anonymen Fragebögen ausfüllen. Bei den Hebammen sei es schwierig, ein Ziel vorzugeben. „Die genaue Zahl der in MV tätigen Hebammen ist nicht belegt. Zwar kann der Verband Auskünfte über die Angestellten geben, die vielen freiberuflich Tätigen aber sind nirgendwo erfasst“, so Naranjos. Die Online-Befragung läuft noch bis zum 6. Januar.

Zur Online-Umfrage: www.abenteuerfamilie.net/hebammen

 

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