zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. Oktober 2017 | 04:42 Uhr

Ölhavarien : Rostock hat neue Lösung

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wissenschaftler der Uni Rostock haben federführend eine neue Methode zur Ölbekämpfung im küstennahen Bereich sowie in Flachwassergebieten, selbst bei hohem Wellengang, entwickelt.

Ein Forschungsergebnis aus Rostock stößt europaweit auf Interesse. Wissenschaftler der Uni Rostock haben federführend eine neue Methode zur Ölbekämpfung im küstennahen Bereich sowie in Flachwassergebieten, selbst bei hohem Wellengang, entwickelt. Die Lösung: Aus der Luft werden vom Flugzeug aus biologisch abbaubare Binder in der Größe von fünf mal fünf Zentimetern und einer Dicke von vier Millimetern abgeworfen. Auf den Bindern sind ölabbauende Mikroorganismen befestigt. „Der Abwurf der biologisch abbaubaren Binder, ihr Einsammeln und Entsorgen̶ war aber eine große Herausforderung für die Forscher“, sagt Prof. Fokke Saathoff vom Lehrstuhl für Geotechnik und Küstenwasserbau der Uni Rostock. Unter seiner Gesamtprojektleitung ist zudem auch ein Unfallmanagementsystem entwickelt worden, damit alle Einzelkomponenten zur Ölhavariebekämpfung ineinandergreifen, miteinander funktionieren und an die bestehenden Verwaltungsstrukturen angepasst sind.

Das Projekt ist mit zwei Millionen Euro vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert worden. Mit im Boot für die neue Technologie zur Ölbekämpfung, die als potenzielle Ergänzung zu bestehenden Konzepten des Havariekommandos und der Küstenländer geplant ist, sind acht Partner aus Forschung und Wirtschaft. So auch das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). Am 11. und 12. Juni wird das neue System mit einem Forschungsschiff vom IOW in der Ostsee getestet.

Das Szenario bei einem Ölunfall funktioniert so: Die Piloten der Flieger scannen die Meeres-Oberfläche ab und legen die Koordinaten einer angenommenen Verschmutzung fest. Über ein zweites Flugzeug werden die biologisch abbaubaren Binder abgeworfen. „Die Binder lassen sich anschließend von der Wasseroberfläche aus mit Netzsperren einfangen oder von Land aus mit Vakuum-Technik aufsaugen und werden thermisch entsorgt“, sagt Prof. Mathias Paschen, Teilprojektleiter und Lehrstuhlinhaber Meerestechnik der Uni Rostock. Sein Ziel ist es, die kontaminierten Ölbinder im schwimmenden Zustand rasch einzusammeln. Dazu wurden Elemente klassischer Ölsperren mit Fischereitechnik kombiniert. Die entwickelte Netzsperre ist an Bojen aufgehängt und wird von zwei Schiffen gezogen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen