Streit beigelegt : Rostock hat einen zweiten Senator

Der Finanzsenator: Chris Müller ist gestern im Rathaus vereidigt worden. Zu den Gratulanten aus der Kommunalpolitik zählte auch der neue Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (r.).
Der Finanzsenator: Chris Müller ist gestern im Rathaus vereidigt worden. Zu den Gratulanten aus der Kommunalpolitik zählte auch der neue Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (r.).

Chris Müller ist seit gestern im Amt und zuständig für Finanzen, Verwaltung und Ordnung

svz.de von
08. Juli 2014, 12:00 Uhr

Nach sieben Monaten Streit um die Besetzung der Stelle des Finanzsenators der Stadt hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) gestern Chris Müller vereidigt. Die Bürgerschaft hatte den Kandidaten der SPD im März gewählt, der OB anschließend Widerspruch eingelegt. Das Innenministerium beendete den Streit und forderte Methling zur Ernennung auf.

„Ich habe das Verfahren gelassen betrachtet“, sagte Müller, „wenn man ein öffentliches Amt übernimmt, darf man das nicht persönlich nehmen.“ Müller tritt die Nachfolge vom 2006 ernannten Georg Scholze (CDU) an. Kommissarisch hatte Karin Helke den erkrankten Senator drei Jahre lang vertreten. Mit dem 1. August 2014 löst Müller sie ab. In seine Zuständigkeit fallen die Bereiche Finanzen, Verwaltung und Ordnung. Zudem wird er der Stellvertreter des Oberbürgermeisters.

Von dessen monatelangen Bedenken gegen Müller gab es gestern keine Spur mehr: Methling bezeichnete die Vereidigung als „freudvollen Akt“. Er freue sich auf die Zusammenarbeit und wünsche ihm „viel Kraft, aber auch Freude“. Auf Müller kämen vielfältige Aufgaben zu. Er sei zuständig für Ortsämter, Beiräte, werde den Spatenstich für das Stadtteil- und Begegnungszentrum Dierkow/Toitenwinkel begleiten oder auch beim geplanten Eltern-Kind-Zentrum der Kliniken tätig werden müssen.

Der frisch im Amt des Bürgerschaftspräsidenten angekommene Wolfgang Nitzsche (Linke) befand, dass sich Müller, als Senator für Inneres, auch dem Problem der Naziaufmärsche widmen müsse. Chris Müller selbst will sich erst einmal in die wichtigen Themen einarbeiten, Ortsbeiräte besuchen und in erster Linie „viel zuhören“. Durch seine 17-jährige Tätigkeit in der Verwaltung gehe er aber davon aus, sich „zügig einarbeiten“ zu können. Die Entwicklung des Finanzhaushaltes der Stadt bewertet er positiv. Dennoch sei es eine Herausforderung, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Rostock sei die Kommune im Land, sagte der neue Senator, die am weitesten beim Abbau der Altschulden sei. Er wolle weiter auf Sparkurs gehen, aber ohne negative Effekte zu erzielen. „Es wird ein beharrliches Ringen um jeden Euro.“ Dafür wolle er eng mit der Bürgerschaft zusammenarbeiten. „Meine Aufgabe ist es, Spielräume und Möglichkeiten aufzuzeigen“ – darauf freue er sich. Das tat gestern auch Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Er bekommt endlich wieder einen Kollegen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen