Flüchtlinge : Rostock: Hanse Messe wird Erstaufnahme

Die Hanse Messe – hier richtet Rostock ein Auffanglager für Flüchtlinge ein.
Die Hanse Messe – hier richtet Rostock ein Auffanglager für Flüchtlinge ein.

600 Notbetten werden aufgestellt. Keine Entscheidung über Ausrichtung der RoBau. Blücherstraße in Prüfung. Kreuzfahrtterminal abgelehnt.

svz.de von
14. September 2015, 06:00 Uhr

Angesichts von mehreren Hundert Flüchtlingen, die in diesen Tagen erwartet werden, wird die Rostocker Hanse Messe zu einem Notaufnahmelager umgewandelt. Schon gestern Nachmittag begannen Freiwillige damit, bis zu 600 Notbetten aufzustellen.

„Während wir am Dienstag noch eine Vorankündigung aus dem Innenministerium erhielten, so hat sich mittlerweile auch in Rostock eine enorme Dynamik entwickelt“, sagt Rostocks Jugend- und Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke). Die Stadtverwaltung habe im Zusammenwirken mit zahlreichen Partnern Notunterkünfte provisorisch eingerichtet und Betreuungspunkte installiert. Das Anfang vergangener Woche notdürftig als Gemeinschaftsunterkunft für bis zu 80 Personen hergerichtete Gebäude der ehemaligen Hanseatischen Weiterbildungsgesellschaft in Marienehe wurde mittlerweile auf 267 Plätze aufgestockt. Darüber hinaus wurden Zelte am Fährterminal im Überseehafen aufgestellt und Transfers abgesichert.

Die Stadt gehe derzeit davon aus, dass die Menschen mit dem Zug über Hamburg nach Rostock kommen und dann per Fähre nach Schweden fahren wollen. Deshalb auch die Entscheidung für die Messehalle. Sie habe den Vorteil, dass der Hafen von hier aus verkehrsgünstig zu erreichen sei. Sie sei damit besser geeignet als mehrere kleinere Aufnahmestellen. Nach Lösungen für die dort geplanten Veranstaltungen und Messen werde gesucht. So ist noch unklar, ob die 25. RoBau-Messe ab dem 25. September stattfindet.

Alle bisherigen Kapazitäten in Rostock sind ausgeschöpft. Zudem muss sich die Stadt mit Plänen des Innenministeriums beschäftigen, in der Hansestadt eine Außenstelle der zentralen Aufnahmeeinrichtung des Landes in Horst aufzubauen. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) habe dafür auch das Kreuzfahrtterminal in Warnemünde vorgeschlagen. Das hat die Hansestadt Rostock unter anderem wegen geplanter Bauarbeiten abgelehnt.

In den Planungen für Notunterkünfte spielen auch die Fiete-Reder-Sporthalle in Marienehe und das leerstehende Polizeigebäude in der Blücherstraße eine Rolle. Der Verwaltungsstab der Hansestadt Rostock unter Leitung der Senatoren Steffen Bockhahn und Chris Müller (SPD) hat die Abstimmung sämtlicher Maßnahmen der Stadtverwaltung und ihrer Partner untereinander übernommen. Im Brandschutz- und Rettungsamt ist eine Koordinierungsstelle gebildet, die rund um die Uhr im Einsatz ist. „ Bitte unterstützen Sie die Initiative ,Rostock hilft’ oder bieten Ihre Mithilfe bei den vielen Integrationsangeboten an“, so der Appell der Verwaltungsführung an alle Rostocker.

„Viele Menschen leisten Hilfe, sammeln Sach- und Geldspenden, übersetzen oder sind einfach nur da, wenn sie gebraucht werden. Ihnen allen, die sich ehren- und hauptamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren, gebührt herzlicher Dank und großer Respekt. Wir sind auch künftig auf dieses Engagement angewiesen, damit die Menschen, die die Angst um ihr Leben und große Not zu uns geführt haben, wieder eine Perspektive für ihr Leben entwickeln können“, sagt Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling.

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