Rostock hält an der Schleuse fest

Bis 2011 schleuste Klaus Küter die Sportboote am  Mühlendamm. Jetzt will die Stadt die Anlage  vom Bund übernehmen - allerdings saniert und automatisiert. Archiv Georg Scharnweber
Bis 2011 schleuste Klaus Küter die Sportboote am Mühlendamm. Jetzt will die Stadt die Anlage vom Bund übernehmen - allerdings saniert und automatisiert. Archiv Georg Scharnweber

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17. Mai 2013, 09:06 Uhr

Stadtmitte | Nach langem Bangen gibt es jetzt ein positives Signal für Rostocks Wassersportler: Die Stadt setzt sich für den Erhalt der Schleuse am Mühlendamm ein. Gestern Vormittag schickte das Rathaus ein Schreiben an das Infrastrukturministerium in Schwerin und erklärte darin seine ausdrückliche Bereitschaft, die Schleuse nach der Sanierung und Automatisierung selbst weiter zu betreiben. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Geld dafür vom Bund über das Land an die Stadt weitergereicht wird.

Ende des jahrelangen Hickhacks in Sicht

Damit reagierte das Rathaus prompt auf die Entscheidung der Bürgerschaft. Die Fraktionen hatten die Verwaltung erst am Mittwochabend damit beauftragt, sich gegenüber Bundes- und Landesbehörden dafür einzusetzen, dass die Schleuse bleibt. Parallel solle geprüft werden, inwiefern die Nutzer der Schleuse an ihrem Betrieb beteiligt werden können. Vor allem Sportler und Touristen sollen die Verbindung zwischen Ober- und Unterwarnow weiter nutzen können. "Grundsätzlich können wir uns vorstellen, die Baulastträgerschaft für die Schleuse in Zukunft zu übernehmen", sagt der Leiter des Tief- und Hafenbauamtes, Heiko Tiburtius. Er betont jedoch, dass die Hansestadt das nur leisten kann, wenn die Anlage fertig saniert und automatisiert ist und die finanziellen Mittel für ihren Betrieb fließen.

Diese Lösung könnte das Ende eines jahrelangen Hickhacks bedeuten. Ausgangspunkt dafür waren die Bestrebungen des Bundes, die Wasserstraße und das Bauwerk loszuwerden. Lange Zeit war die Position des Landes aber unklar. Die Stadt musste deshalb eine Zeitlang mit verschiedenen Varianten jonglieren. Problematisch wurde das bei der Planung der neuen Schleusenbrücke. Denn für das Bauwerk musste die Durchfahrtshöhe berechnet werden - und die richtet sich unter anderem danach, ob darunter Boote geschleust werden. Nach aktuellem Stand wird noch in diesem Jahr mit der neuen Brücke begonnen. Die Durchfahrtshöhe soll nun vier Meter betragen. Das Bauprojekt wird die Stadt vier bis fünf Millionen Euro kosten und voraussichtlich im kommenden Jahr fertiggestellt.

Auf einen schnellen Baufortschritt hoffen nicht nur Rostocks Autofahrer, die sich seit Ende 2011 auf einer Behelfsbrücke über die Warnow quälen müssen. Auch die Stadt will schnell fertig werden, denn die Ersatzbrücke ist nur gemietet und kostet monatlich fast 4000 Euro. Seit Oktober 2011 ist auch die Schleuse unter der Brücke dicht. Zahlreiche Vereins- und Freizeitsportler hoffen seitdem darauf, dass die Verbindung zwischen den beiden Teilen der Warnow für sie wieder geöffnet wird. Als die komplette Schließung zur Debatte stand, gab es lautstarken Protest von den Sportlern. Die Schleusenbefürworter wiesen auch auf die Wichtigkeit für den Tourismus auf der Oberwarnow hin.

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