Elektromobilität in Rostock : Rostock gründet selbst Verein für Energiewende

Elektromobilität wird einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Ladesäulen sind dafür nötig.
Elektromobilität wird einen immer größeren Stellenwert einnehmen. Ladesäulen sind dafür nötig.

Das Ziel der Senatoren ist es, mehr rechtliche und finanzielle Handlungsfähigkeit zu schaffen. Für den neuen Verein gibt es ein Projekt: Die Bundesregierung fördert Elektromobilität und trägt 95 Prozent der Kosten.

svz.de von
12. März 2016, 08:00 Uhr

Aus dem Energiebündnis Rostock soll ein eigenständiger Verein werden. Gründer: die Hansestadt selbst. „Es ist eine Entscheidung, die die Energiebündnis-Mitglieder getroffen haben“, sagt Umweltsenator Holger Matthäus (Grüne). Zusammen mit Ordnungssenator Chris Müller (SPD) hat er den Beschlussvorschlag für die Bürgerschaft eingebracht.

Kostenpunkt: 2000 Euro. Die sollen sich aber lohnen. Denn anders als bisher will das doch in der Praxis recht lockere Bündnis handlungsfähiger werden – rechtlich und finanziell, erklärt Matthäus. Einige Bundes- und Landesprojekte zum Klimaschutz hat die Hansestadt sich schon entgehen lassen müssen, weil die Rest-Finanzierung über die Stadt nicht abzuklären war. „Am Ende scheiterten Projekte wegen 5000 Euro“, sagt Matthäus. Allein Spenden für den Klimaschutz von Bündnispartnern anzunehmen, sei eine bürokratische Hürde.

Für den neuen Verein hat er auch direkt ein großes Projekt im Sinn. Die Bundesregierung fördert Elektromobilität, trägt selbst 95 Prozent der Kosten. Rostock müsste 11 000 Euro einbringen und bekäme dafür über zwei Jahre eine Stelle und mehrere Zehntausend Euro, um Elektromobilität in allen Bereichen der Hansestadt zu fördern – Elektroautos oder Pedelec-Stationen einzurichten. Ob es den Verein geben wird, entscheidet die Bürgerschaft im Frühjahr, zunächst tagen dazu Finanz- und Stadtentwicklungsausschuss. Eine Satzung haben die Mitglieder bereits erarbeitet. Sie verankert das Ziel, neue sparsame und nachhaltige Wege der Energieversorgung und der -nutzung einzuschlagen.

Das Energiebündnis im Jahr 2011 ist als ideelles Bündnis gegründet worden – zum Erfahrungsaustausch und für gemeinsame Projekte, wohingehend die Mitglieder aber Nachholbedarf sehen. Nicht zuletzt, so Matthäus, ging und geht es auch um eine gemeinsame Blickrichtung bei Entscheidungen im Alltag: Elektro- oder Benzinautos, LED- oder Natriumdampf-Leuchten, Recycling- oder Weißpapier, Öko- oder zertifizierter Strom oder nur der preiswerteste.

„Energiewende ist so ein schickes Wort, aber sie geht nicht von heute auf morgen“, sagt Matthäus. Der Verein sei ein nächster Schritt, Gelder einzuwerben und Menschen dafür zu begeistern. Das Bündnis veranstaltet 2016 die Energietour. Am 17. März wird von Vattenfall das Kraftwerk im Seehafen erklärt und wie aus Hausmüll Energie wird. Veranstaltungen der Uni zu Schiffsdieselmotorenkonzepten oder des BUND zu energieeffizientem Bauen folgen.

Anmeldung Vattenfall: Telefon 0381/381  43  00

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