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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. November 2017 | 00:08 Uhr

Asyl : Rostock erwartet mehr Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bund korrigiert Prognose für das laufende Jahr / MV rechnet jetzt mit 9000 statt 6000 Hilfesuchenden

von
erstellt am 20.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Die Hansestadt muss noch in diesem Jahr deutlich mehr Asylbewerber unterbringen als bisher erwartet. Hintergrund: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat seine Prognose der Asylanträge auf 450 000 in Deutschland korrigiert. Mecklenburg-Vorpommern ist laut Königsteiner Schlüssel für 2,04 Prozent der Bewerber zuständig, umgerechnet rund 9000. Das sind 3000 mehr als bisher vorhergesagt.

Laut aktuellem Verteilungsplan des Landes soll Rostock rund sechs Prozent dieser Flüchtlinge, umgerechnet rund 550, als Zuflucht dienen. Doch dafür fehlt der Hansestadt die Kapazität. Das Heim in der Satower Straße kann maximal 285 Personen aufnehmen. „Wir sind mit aktuell 260 bis 270 Bewohnern gut gefüllt“, sagt Sozialarbeiter Steffen Vogt vom Verein Ökohaus, der die Einrichtung zusammen mit fünf Kollegen betreut. Sozial verträglich sei eigentlich eine deutlich niedrigere Belegungsquote. Das allerdings ist derzeit nicht möglich. Seit Monaten dient sogar die Feuerwache See in Groß Klein als provisorische Notunterkunft. Dabei ist sie nur für tageweise Lehrgänge ausgelegt und bietet beispielsweise nur eingeschränkte sanitäre Bedingungen.

Das Heim in der Satower Straße soll für insgesamt 7,9 Millionen Euro saniert und bis 2016 um zwei Gebäude erweitert werden, in denen 44 beziehungsweise 68 Personen untergebracht werden können. „Einen Ausbau noch darüber hinaus halte ich technisch zwar für möglich, gleichwohl für sozial nicht sinnvoll“, sagt Vogt. „Die Dynamik in so einer Gemeinschaftsunterkunft wächst mit der Zahl der Bewohner.“ Konkret: Das Konfliktpotenzial zwischen den Menschen unterschiedlichster Nationalität, Kultur und Glaubensrichtung nimmt zu. Um das Unterbringungsproblem zu lösen, sucht die Stadtverwaltung nach einem möglichen Standort für ein zweites Heim, heißt es aus dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). Das städtische Unternehmen finanziert die Kosten für Sanierung und Erweiterung, bekommt dafür aber eine langfristige Miete vom Rostocker Amt für Jugend und Soziales, das wiederum vom Landesamt für innere Verwaltung gefördert wird.

Für die Unterbringung der 6000 neuen Asylbewerber hatte das Land bislang insgesamt 51,6 Millionen Euro veranschlagt. Die Neuberechnung sei noch nicht abgeschlossen, so Marion Schlender, Sprecherin des Innenministeriums: „Klar ist, dass wir den Kommunen die Kosten für Unterbringung und Betreuung ersetzen.“

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