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Sanierung Wasserturm : Rostock erwägt Klage gegen das Land

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mit Forderung nach Schadensersatz hofft die Stadt auf Sanierungsgenehmigung

von
erstellt am 15.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Seit vier Jahren plant der Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) die Sanierung des Wasserturms. Doch aufgrund der Einsparvorgaben des Innenministeriums für die Hansestadt musste das formal freiwillige Vorhaben jedes Mal wieder gestrichen werden. Jetzt erwägen die Mitglieder des KOE-Betriebsausschusses eine Schadensersatzklage gegen das Land. Dazu soll der Eigenbetrieb die zwischenzeitlich gestiegenen Baupreise und Schäden am Gebäude beziffern.

KOE-Chefin Sigrid Hecht drängt das Land ebenfalls zur Sanierungsgenehmigung. Sie sagt: „Mit jedem Winter dringt Wasser ein, friert mehr aus und wird die Fassade schlechter.“ Der Baukostenindex sei zuletzt zweistellig gestiegen, Kredite dafür günstig wie nie zu haben. Aktuell werde nur ein Prozent Zinsen fällig. Die Sanierung in dieser Situation zugunsten des Schuldenabbaus der Stadt zu verschieben, sei langfristig weitaus teurer.

Sybille Bachmann, Chefin der Fraktion Rostocker Bund/Graue/Aufbruch 09: „Am Ende handelt es sich um Denkmalschutz und um den Werterhalt unserer Kunstgegenstände“ – Der Wasserturm dient seit Jahren als Depot für Rostocker Museumsschätze, die aus Platzgründen nicht gezeigt werden können. „Das Land muss die qualitativen und quantitativen Folgen seiner Entscheidung kennen“, fordert auch Helge Bothur (Linke). Im deutschlandweiten Ranking vergleichbarer Großstädte sei Rostock eine der reichsten und prosperierendsten Kommunen. Daher greife auch der Landesvorwurf der verminderten Leistungsfähigkeit Rostocks nicht. „Diese Argumente sind einfach falsch“, so Bothur.

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