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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 17:13 Uhr

Laternen : Rostock erstrahlt in neuem Licht

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansestadt testet Umstellung auf LED-Technik und plant den Abriss von 2440 maroden Betonmasten in den kommenden Jahren.

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Seit 2010 testet Rostock die Straßenbeleuchtung der Zukunft: Licht-emittierende Dioden (LED). Als ältestes Versuchsgebiet dient der Kastanienweg in Toitenwinkel, langfristig könnte die stromsparende Technik sämtliche Natriumdampf-Hochdrucklampen (NAV) in der Stadt ersetzen. Ihre Vorteile laut Herstellern: Kompaktheit, lange Lebensdauer, minimale Lichtstreuung und die Möglichkeit zum Dimmen.

In der Praxis müsse sich die Technik allerdings noch bewähren, sagt Manfred Fricke vom Tief- und Hafenbauamt: „Wir haben gerade zwei neue Projekte realisiert, drei weitere sind in Planung.“ Derzeit gebe es 76 LED-Lichtpunkte in der Hansestadt, unter anderem rund um den Schwanenteich. Rostocks Spezialist warnt: „Es wäre ein Fehler, jetzt auf Biegen und Brechen umzurüsten.“ Die LED-Hersteller hätten zuletzt zwar große Fortschritte erzielt, beispielsweise ist bei kaputten Exemplaren mittlerweile auch der Wechsel einzelner Teile statt der ganzen Lampe möglich. Insgesamt sei die NAV-Technik aber noch effektiver.

Zumal es bei der Umstellung von NAV auf LED nicht möglich sei, einfach nur die Lampen am Laternenkopf auszutauschen. Auch die Masten inklusive Kabel müssen je nach Leuchtkraft versetzt werden, so Fricke. Diesen Masten gilt derzeit das Hauptaugenmerk des Amts, genauer: den 2440 alten Betonpfählen. Im Gegensatz zu den 18 000 nach 1990 errichteten Stahlmasten leiden sie unter Betonabplatzungen und Rissbildungen. Damit stellen sie eine Gefahr für Menschen und den Straßenverkehr dar. „Wir hätten sie lieber heute als morgen weg, aber dafür fehlt das Geld“, sagt Fricke. Seit 2009 seien bereits rund 2060 Betonmasten abgebaut worden. In Rückbau und Erneuerung der übrigen Pfeiler sollen in den kommenden acht bis zehn Jahren jeweils 1,1 Millionen Euro fließen. Eine weitere Million wird jedes Jahr für die Inspektion der Anlagen und ihrer Standsicherheit sowie für kleinere Reparaturen benötigt.

Im Schnitt sind die Beleuchtungsanlagen in Rostock 15,5 Jahre alt und damit 5,5 Jahre jünger als im deutschlandweiten Mittel. Wie in allen Großstädten der Bundesrepublik üblich kommt auf etwa zehn Rostocker eine Laterne. Die einzelnen Anlagen sind durch ein 800 Kilometer langes Kabelnetz verbunden und werden dezentral aus 360 Schaltschränken angesteuert. Diese passen die Leuchtstärke zum Teil automatisch der Umgebungshelligkeit an, um den Energieverbrauch zu senken. Derzeit beträgt der Anschlusswert rund 2,2 Megawatt, aufs Jahr hochgerechnet liegt der Verbrauch bei etwa acht Gigawattstunden. Zum Vergleich: 2013 haben die Rostocker Stadtwerke insgesamt 720,3 Gigawatt Strom in die Netze eingespeist.

Die LED-Lampen sollen helfen, den Verbrauch und damit die Kosten weiter zu senken. Einen ähnlichen Effekt brachte schon die Umrüstung von Quecksilber- auf Natriumdampf-Hochdrucklampen ab 1975. Deren Lichtausbeute ist etwa doppelt so groß. Heute machen die 28 noch vorhandenen Quecksilber-Hochdruckdampflampen nur noch weniger als ein Prozent des Bestands in der Hansestadt aus.

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