Ausstellung in Rostock : Rostock ehrt seinen Jürgen Weber

Späte Hinwendung: Die Arbeit an Plastiken hat der Rostocker Künstler erst vor etwa zehn Jahren für sich entdeckt.  Fotos: Kazi
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Späte Hinwendung: Die Arbeit an Plastiken hat der Rostocker Künstler erst vor etwa zehn Jahren für sich entdeckt. Fotos: Kazi

Schau zum 80. Geburtstag des Künstlers in der Societät maritim eröffnet. Plastiken im Fokus der vergangenen zehn Jahre

svz.de von
31. März 2016, 16:40 Uhr

Ein Lebenstraum hat sich für den Rostocker Künstler Jürgen Weber schon kurz vor seinem 80. Geburtstag erfüllt: Anlässlich des Jubiläums am 4. April ist gestern Abend eine Ausstellung mit seinen Werken in der Societät maritim in der August-Bebel-Straße eröffnet worden. Etwa 100 geladene Gäste und interessierte Besucher aus der Kunstszene sowie der Politik waren zu Ehren des Malers gekommen.

„Wer Jürgen Weber kennt, der weiß, dass er bescheiden und an materiellen Dingen nicht interessiert ist“, sagt Prof. Wolfgang Methling in seiner Eröffnungsrede. Doch ende seine Bescheidenheit, wenn es um ideelle Dinge und das Erschaffen von Kunst ginge. „Er war schon immer anspruchsvoll und wahnsinnig zielstrebig – nicht immer vernünftig, aber sympathisch“, so Methling, den eine lange Freundschaft mit Weber verbindet. Und in aller Bescheidenheit machte der Rostocker Künstler im dunkelblauen Strickpulli bei der Eröffnung seiner Schau auch nicht seine Person zum Mittelpunkt: „Jeder – Bäckermeister, Chirurgen oder Malermeister – sollte seinen Beitrag dazu leisten, das Zusammenleben der Menschen zu verbessern“, sagt Weber. Er wolle ein Denkangebot in einer Welt voller Wirrwarr unterbreiten.

Unter dem Titel „Lebensbilder“ zeigt Jürgen Weber, der 2006 den ersten Kunstpreis der Hansestadt entgegennehmen durfte, vor allem Werke aus den vergangenen zehn Jahren, darunter zahlreiche Plastiken und Darstellungen von tanzenden Personen. „Auf seinen Bildern sieht man deutlich seinen Charakter und auch seine politische Einstellung“, lobt der Stadtarchitekt Christoph Weinhold. Weber habe immer eine klare Haltung gehabt und sich bis heute durch seine Ehrlichkeit jung gehalten, sagt Carola Ronge, die bereits vor 20 Jahren Schülerin des Künstlers gewesen ist und heute wieder von ihm lernt. Dieser Meinung ist auch Webers Lebensgefährtin Rosi, die dem Künstler bereits seit 20 Jahren zur Seite steht: „Vielleicht schaffen wir es ja, dass in der Stadt irgendwann eine Bronzefigur von ihm steht.“ Denn schließlich waren sich die Anwesenden einig: Rostock kann stolz auf seinen Jürgen Weber sein.

Die Ausstellung ist bis zum 5. Juni zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

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