Festtag : Rostock ehrt John Brinckman

Die Tafel am Haus Burgwall 13 erinnert an die wilde Studentenzeit des jungen John Brinckman, so Historiker Dr. Reno Stutz.  Fotos: Georg Scharnweber
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Die Tafel am Haus Burgwall 13 erinnert an die wilde Studentenzeit des jungen John Brinckman, so Historiker Dr. Reno Stutz. Fotos: Georg Scharnweber

Die Hansestadt feiert den 200. Geburtstag ihres großen Dichters

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04. Juli 2014, 11:00 Uhr

„Das Rebellische John Brinckmans hat unsere ganze Familie an sich“, sagt Julia Brinckman. Anlässlich des 200. Geburtstags des bedeutenden Rostocker Dichters war die Ururur-Enkelin gestern bei der Stadtführung auf Brinckmans Spuren und der anschließenden Festveranstaltung im Rathaus dabei.

„Sein Buch ,Kaspar Ohm un ick’ habe ich mit elf Jahren von meinem Vater geschenkt bekommen“, sagt die 43-jährige Journalistin. Sie schwärmt von Brinckmans „tollen Büchern, seiner Ironie, dem Heimatsinn und Familiengefühl“.

Von Jo Jastrams Reiterplastik in der Badstüberstraße aus führte Plattfööt Klaus Lass die Brinckman-Liebhaber zu der Stätte in der Koßfelderstraße, wo bis April 1924 das Geburtshaus des Dichters stand. Seinen Lesern ist es als Schauplatz seiner Werke „Kaspar Ohm un ick“ und „Vagel Grip“ bekannt.

Dann ging es zu seiner Studentenbude – dem einzigen noch erhaltenen Gebäude, das vom Leben des Klassikers niederdeutscher Literatur zeugt. Dort, im Burgwall 12/13, wo Brinckman 1838 wohnte, überreichte der Rostocker Geschichtsverein eine Haustafel. Maike Krüger vom Verein Klönsnack Rostocker 7 hat das Glück, in diesem geschichtsträchtigen Haus zu wohnen.

„Die Studentenbude haben wir vorher nicht gekannt“, sagen Heidrun und Christian Gemba. Die beiden 70-jährigen Rostocker sind froh, dass sie bei der Führung noch Neues erfahren haben, obwohl sie sich sehr für Brinckman interessieren und viele Werke von ihm besitzen. Auch Christa Frentz (73) ist angetan von dem Rundgang: „Als Fan der niederdeutschen Sprache interessiert mich alles, was mit Brinckman zusammenhängt.“

Wer tiefer in Leben und Werk des Autors einsteigen möchte, sollte sich der ersten Bildbiografie „John Brinckman. Die Bildbiografie“ von den Autoren Wolfgang Siegmund und Gerd Richardt aus dem Hirnstorff Verlag zuwenden.

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