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22. November 2017 | 19:40 Uhr

Rostock-Berlin: Bei der Bahn geht nichts mehr

vom

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erstellt am 13.Feb.2013 | 06:46 Uhr

Rostock | Blindgänger, Sumpf gebiete, Anwohnerklagen: Die Fertigstellung der Schienenstrecke Rostock-Berlin zieht sich noch Monate hin. Die Bahn muss weiter mit Ersatzverkehr improvisieren. Zum Start der Ausflugssaison im Mai droht Chaos. Denn Pendler und Urlaubsreisende müssen sich noch monatelang auf erhebliche Behinderungen einstellen. Wie die Deutsche Bahn AG gestern mitteilte, bleiben auf der wichtigen Verkehrsachse große Streckenabschnitte weiter gesperrt.

Grund seien unvorhergesehene Probleme bei den Bauarbeiten. Die insgesamt 196 Kilometer lange Strecke wird seit 2005 umfassend saniert. So liegen im Gebiet um Oranienburg noch unzählige Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Für die Munitionssuche muss vom 16. Februar bis 3. März der Zugverkehr unterbrochen werden. Die voll gesperrten Abschnitte Nassenheide-Löwenberg und Fürstenberg-Neustrelitz können erst am 9. Juni wieder freigegeben werden. Hier gibt es unter anderem wegen Anwohnerklagen und Bauarbeiten auf sumpfigen Moor Verzögerungen.

Zwischen Nassenheide und Löwenberg etwa hätten 7200 Rammpfähle gesetzt werden müssen, um stabile Schienen zu garantieren. 293 Granaten und weitere 325 Munitionsteile seien im Boden gefunden worden, hieß es. Das Ergebnis: Ein wochenlanger Baustopp.

Nur der Abschnitt von Waren im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nach Lalendorf/Ost kann wie geplant am 26. April in Betrieb genommen werden. Zudem rollt ab 27. April wieder der Zugverkehr zwischen Neustrelitz und Rostock. Auf den teils voll gesperrten Strecken sind seit Monaten Ersatzbusse unterwegs, die mitunter eine Stunde länger brauchen als normalerweise die Züge.

Wegen der Verzögerungen beim Ausbau steht die Bahn bei Landkreisen und Tourismusverbänden in der Kritik. Denn nicht nur Berufspendler stöhnen, am 1. Mai beginnt die Ausflugssaison. Bahnfahrten von Berlin nach Nordbrandenburg, Mecklenburg und an die Ostsee könnten dann zur Geduldsprobe werden.

850 Millionen veranschlagt: Steigen jetzt die Kosten?

Man werde sicherstellen, dass alle Fahrgäste befördert würden, sagte Renado Kropp von DB Regio AG, der für das "Ersatzkonzept Regionalverkehr" zuständig ist. Man bitte die Fahrgäste aber im Vorfeld, sich besser alternative Fahrrouten zu suchen. Die Deutsche Bahn investiert insgesamt 850 Millionen Euro in den Ausbau der wichtigen Verkehrsachse von der Hauptstadt in den Ostseeraum. Ab 2014 sollen Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Rostock nur noch zwei Stunden brauchen. Was die Verzögerungen beim Bau die Bahn kostet, ist unklar. Das Ganze bleibe "im Kostenrahmen", sagte Ralf Schwinghammer von der DB Projektbau GmbH. Konkrete Zahlen könne er nicht nennen.

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