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Universität : Rostock bekommt Studiengang für Ur- und Frühgeschichte zurück

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Neuer Professor soll auch Leiter eines Archäologischen Museums werden. Land finanziert Uni-Lehrstuhl mit 1,5 Millionen Euro.

Die Ur- und Frühgeschichte kehrt an die Uni Rostock zurück. Dafür stattet das Land Mecklenburg-Vorpommern den Lehrstuhl mit einer W3-Professur aus. Im Dezember wurde der Senat über die Wiedereinrichtung des Fachs am Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften (HSI) informiert. „Derzeit warten wir auf die Veröffentlichung der Stellenausschreibung“, sagt Direktor Prof. Wolfgang Bernard.

Was die Wiederkehr des Studienganges für ihn bedeutet, nachdem er 1997 aus dem Fächerkanon der Uni gestrichen wurde? „Für mich wird ein Traum erfüllt“, sagt der Instituts-Direktor. Seit mehr als 15 Jahren habe er für diese Entwicklung gekämpft.

Das Land finanziert die Einrichtung des neuen Lehrstuhls mit 1,5 Millionen Euro. „Davon richtet die Uni den Bachelor-Studiengang Ur- und Frühgeschichte ein und beschäftigt neben dem Lehrstuhlinhaber zwei wissenschaftliche Mitarbeiter“, so der 54-Jährige.

Der gesuchte Wissenschaftler wird auch Leiter eines Archäologischen Landesmuseums: „Er soll ein Konzept für ein solches Museum entwickeln“, sagt Henning Lipski, Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Diese Arbeit werde mindestens zwei Jahre dauern. Wo und in welcher Form das geplante Museum entstehen soll, sei noch unklar.

„Ich hoffe, dass wir bis Jahresende einen Professor bestellt haben“, sagt Bernard. Wie sich der Studiengang dann gestalte, sei abhängig von dem neuen Kopf und dessen Forschungserfahrung. Gesucht werde eine Person, die sich sowohl in der Forschung profiliert als auch Erfahrungen mit Lehre und Projekt-Management habe. Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb (SPD) räumt ein: „Es ist seinerzeit ein schwerer Fehler gewesen, den Studiengang Ur- und Frühgeschichte abzuschaffen.“ Schließlich gehöre MV zu den Ländern mit besonders reichhaltigen archäologischen Funden. Das belegten etwa die Ausgrabungen im Tollensetal oder im Innenhof des Schweriner Schlosses. „Die Wiedereinrichtung des Lehrstuhls ist ein wissenschafts- und kulturpolitischer Meilenstein“, so Brodkorb. Künftig werde die Erforschung archäologischer Kulturgüter des Landes mit höchster wissenschaftlicher Expertise wieder möglich. Auch Hauke Jöns, ehemaliger Landesarchäologe MV und langjähriger außerplanmäßiger Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Uni Rostock, begrüßt diese Entwicklung: „Die beabsichtigte Ausrichtung der Lehre auf das archäologische Erbe Nordostdeutschlands und benachbarter Gebiete des Ostseeraums wird mit ihrem Praxisbezug zahlreiche Studenten anlocken.“

Ziel sei es laut Bernard, den Teilstudengang im Wintersemester 2016 / 2017 zu starten. Er rechne mit einer zweistelligen Studentenzahl pro Jahr. Gleichzeitig oder ein Jahr später solle ein Master entwickeln werden – angedacht sei hierfür der Titel „Kulturerbe-Management“.

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