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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 10:36 Uhr

Ordnung : Rostock bekommt einen Hafenvogt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hier prallen verschiedene Interessen auf einander: Senator Chris Müller will dem entgegenwirken und plant gleich mehrere Maßnahmen.

Rostock Taugt, was in Warnemünde funktioniert, nicht auch für die Hansestadt?  So wie es im Ostseebad einen Strandvogt gibt, der für Ordnung sorgt und Ansprechpartner für die Besucher ist, soll es am Rostocker Stadthafen einen Hafenvogt geben. Das hat Rostocks Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Dr. Chris Müller (SPD), nach einer Ämterrunde entschieden. Bis Frühjahr soll der Hafenvogt seinen Dienst antreten – zwischen ehemaligem Werftgelände und Höhe Petriviertel. Mit dieser Maßnahme reagiert die Stadt auf Beschwerden von Anwohnern, die gerade in den warmen Monaten über Müll und Lautstärke klagen, aber auch darauf, dass der Hafen zur Freizeitgestaltung gut angenommen wird. „Es geht darum, unterschiedliche Interessen in Einklang zu bringen“, sagt Müller. Der oder die Kollegin soll mit den Leuten ins Gespräch kommen, vermitteln, nicht zuletzt Probleme auch erstmal erkennen. „Wir erhoffen uns, ein genaueres Bild zu kriegen. Jetzt sehen wir meist nur die Folgen“, sagt Müller.

Der Hafenvogt soll schlicht erkennen, ob Abfallbehälter an der richtigen Stelle stehen, aber auch komplexer Schwerpunkte von Nutzungskonflikten aufzeigen. Dafür müsse der oder die Kollegin besonders kommunikativ sein, ein Gespür für den Umgang mit verschiedenen Menschen haben, aber auch „ein dickes Fell und einen langen Atem“. Zur Polizei könne der Hafenvogt ein guter Mittler sein, so Müller.

Die Polizei war auch bei der Ämterrunde am 7. Januar vertreten wie Tief- und Hafen-, Umwelt-, Orts-, Hafen- und Sozialamt und der Vorsitzende des Ortsbeirates Stadtmitte, Werner Simowitsch (Linke). Im Ortsbeirat hatten zuletzt Ende 2014 Anwohner des KaravelleQuartiers auf der Holzhalbinsel Hilfe ersucht wegen regelmäßig ausufernder  Zusammenkünfte auf den Hafentreppen, die auch schon mal mit dem Eintreffen von Krankenwagen und Polizei endeten. „Wir haben gemeinsam überlegt, was wir machen können“, sagt Müller. Das Ergebnis: Jemand, der Präsenz zeigt, auch spät vor Ort ist und vermittelt, ein Hafenvogt muss her. Eine Stelle wird dafür in der Hansestadt nicht geschaffen, sondern nur verlagert. Statt einer neuen Politesse, auf eine Stelle, die ausläuft, kommt der Hafenvogt. „So müssen nicht zusätzliche Mittel in die Hand genommen werden“, die auch nicht in den Haushalt passen würden, sagt Müller. Angesiedelt werde der Vogt beim Hafenkapitän und die Stelle erst mal auf zwei Jahre befristet – testweise. Weitere Maßnahmen stehen in den Startlöchern: Das Ludewigbecken an der Holzhalbinsel wird einmal wöchentlich gereinigt werden, auf der Haedgehalbinsel werden Metallpapierkörbe aufgestellt, die durch die Grillkohle nicht durchschmörgeln. Außerdem wird debattiert, ob auf Höhe Petriviertel ein Extra-Grillplatz eingerichtet wird. „Und wir prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, soziale Vereine einzubeziehen“, sagt Müller – wie Streetworker, die dann dort zum Einsatz kämen, wo sich nicht nur Freunde zum Grillen treffen, sondern Großgruppen von bis zu 200 Jugendlichen. „Unser Ziel ist es, den Anwohnern entgegenzukommen, aber auch den Stadthafen erlebbar zu erhalten. Wir können uns freuen, dass er derartig gut angenommen wird“, so der Senator.

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