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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 18:37 Uhr

Umwelt : Rostock baut Flutschutz aus

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Hansestadt bereitet sich auf die Folgen des Klimawandels vor. Überschwemmungen und Starkregen drohen

svz.de von
erstellt am 21.Dez.2015 | 19:10 Uhr

Trotz des Klimaabkommens von Paris bereitet Rostock sich weiter auf die Folgen der Erderwärmung vor. Laut Susanne Schumacher vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Rostock wird der Pegel der Ostsee innerhalb der nächsten 100 Jahre um etwa 30 Zentimeter steigen. „Das klingt nicht viel, aber selbst bei dieser Höhe muss man sich anpassen“, sagt Schumacher.

Genau das ist der Job von Uwe Badrow aus dem Amt für Umweltschutz. „Die Hansestadt muss künftig mit Sturmfluten der Ostsee von bis zu drei Metern über dem Normal-Mittelwasser rechnen“, sagt er. Allerdings sei die Wahrscheinlichkeit dafür sehr gering. „Eine sehr schwere Sturmflut mit einem Scheitelwert von 2 bis 2,5 Metern über Normal-Mittelwasser hat ein Wiederkehrsintervall von ein bis zwei Ereignissen in 100 Jahren“, so Badrow. Auf diese Werte seien Rostocks Küstenschutzanlagen ausgelegt – plus 0,5 Meter Klimazuschlag.

Besonders gefährdet sind die Stadtgebiete an der Außenküste, die Innenstadt sowie die Gebiete am Osthafen und am Mühlendamm. Von einer extremen Sturmflut wären dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie zufolge rund 20 000 Rostocker betroffen.

Markgrafenheide und Hohe Düne sind schon jetzt durch ringförmige Systeme aus Deichen, Dämmen, Wänden und Toren geschützt. Und „die mehr als drei Kilometer lange Schutzlinie für Warnemünde ist seit einigen Jahren in Arbeit“, so Badrow. Ein Teil davon entsteht gerade am Südende des Alten Stroms. An dessen Westufer soll eine Hochwasserschutzwand errichtet werden, deren Planung fast abgeschlossen ist. Weitere Abschnitte sind mit dem Bau des Nordkreuzes und des Liegeplatzes 8 bereits installiert. „Die Schutzlinie soll nach ihrer Fertigstellung bis an das Dorf Groß Klein heranreichen“, sagt Badrow.

Zusätzliche Maßnahmen an der Außenküste bestehen aus Strandaufspülungen, Buhnen und Geotextildämmen in Dünen. Ein fertiges Konzept für den Mühlendamm gibt es ebenfalls schon, so Badrow. Erste Punkte würden derzeit umgesetzt.

Das Wasser von unten ist aber nur eine von vielen Gefahren. „Die Hansestadt stellt sich auch auf die deutliche Zunahme von Starkregen ein, welche zu Binnenhochwasser oder so genannten urbanen Sturzfluten führen kann“, sagt Badrow. In diesem Zusammenhang werde 2016 eine Entwässerungsleitplanung für die gesamte Stadt erstellt.

Um die Risiken zu minimieren gibt es aus Sicht von Susanne Schumacher nur einen Weg: „Die Energiewende so schnell wie möglich umsetzen.“ Dabei seien die Bürger gefragt. Denn das Pariser Abkommen sei zwar ein richtiger Schritt, aber „ich würde nicht darauf vertrauen, dass das Papier so auch umgesetzt wird“.

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