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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 19:54 Uhr

Baupläne : Rostock baut das Petritor wieder auf

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Potsdamer, Berliner und Züricher Architekten planen mit dem KOE ein modernes Ensemble. Rund drei Millionen Euro für Büros und Wohnungen

svz.de von
erstellt am 20.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Bis 2018, spätestens 2019, soll das Petritor wieder stehen – „als einer der Schlusssteine der Rostocker Stadtentwicklung“, sagt Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Wie es genau aussehen wird, werden Eberhard Lange aus Potsdam, Kristian Spencker aus Berlin und Marcel Ferrier aus Zürich wesentlich mitbestimmen. Die Entwürfe ihrer Büros sind als Sieger aus dem Planungswettbewerb Stadteingang Slüterstraße hervorgegangen, den der städtische Sanierungsträger RGS im Dezember ausgelobt hat.

Der Zweitplatzierte Das sagt das Preisgericht: „Das Petritor bildet als klarer stark abstrakter Baukörper einen dominanten Stadteingang, wird aber gleichzeitig durch die ergänzenden Bebauungen nach Nord städtebaulich in Weiterführung der Stadtmauer eingebunden. Sowohl die Aufnahme der Geschichte mit Charakteristik des Petritores in moderner Interpretation als auch die Ruhe und Geschossigkeit des Gesamtensembles schließen diese Baulücke angemessen.“
Der Zweitplatzierte Das sagt das Preisgericht: „Das Petritor bildet als klarer stark abstrakter Baukörper einen dominanten Stadteingang, wird aber gleichzeitig durch die ergänzenden Bebauungen nach Nord städtebaulich in Weiterführung der Stadtmauer eingebunden. Sowohl die Aufnahme der Geschichte mit Charakteristik des Petritores in moderner Interpretation als auch die Ruhe und Geschossigkeit des Gesamtensembles schließen diese Baulücke angemessen.“
 

„Sie teilen in Rostock mit vielen Städten das Bedürfnis und den Wunsch nach Reparatur der Innenstadt“, sagte Lange. Sein Büro habe versucht, die historische Struktur in Erinnerung zu bringen und dabei modern zu sein. Das Petritor war eines der vier Haupttore der Stadt – 1260 errichtet, im Zweiten Weltkrieg beschädigt und in einer Nacht- und Nebelaktion in der DDR abgerissen. Die Stadt habe schon vor zwölf Jahren erwogen, es wieder aufzubauen: „Doch können wir uns das leisten – für ein Stadttor, das keinerlei Funktion mehr beinhaltet?“, erinnert Methling an die damals zentrale Frage.

Der Drittplatzierte Das sagt das Preisgericht: „Der Wettbewerbsbeitrag zeigt ein reduziert einfaches Gestaltungskonzept, welches nach außen die angrenzende Altstadtbebauung stimmig ergänzt und aufwertet. Die spannungsvolle ungleiche Symmetrie aus der landschaftlich gesetzten Mauer und dem kompakten Stadttorkörper wird zum Hauptmotiv des Entwurfes, welcher damit gekonnt die empfindliche Lücke schließt und die Stadtsilhouette wiederherstellt.“
Der Drittplatzierte Das sagt das Preisgericht: „Der Wettbewerbsbeitrag zeigt ein reduziert einfaches Gestaltungskonzept, welches nach außen die angrenzende Altstadtbebauung stimmig ergänzt und aufwertet. Die spannungsvolle ungleiche Symmetrie aus der landschaftlich gesetzten Mauer und dem kompakten Stadttorkörper wird zum Hauptmotiv des Entwurfes, welcher damit gekonnt die empfindliche Lücke schließt und die Stadtsilhouette wiederherstellt.“
 

Nun vor dem Hintergrund, 2018 den Haushaltsausgleich zu schaffen und mehr finanzielle Unabhängigkeit vom Land zu erlangen, sei es möglich. Angedacht hat die RGS, im Tor 20 Arbeitsplätze für die Verwaltung zu schaffen, Wohnungen, Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Eine Tiefgarage mit 15 Plätzen soll über die Straße beim Wendentor erschlossen werden. Lösungen für den Verkehr in und aus der Östlichen Altstadt mit vorzuschlagen, war auch Auftrag der Büros im Wettbewerb. Für das zu planende bauliche Ensemble aus Stadthäusern und Tor waren ihnen die Grundstücksgrenzen am östlichen Ende der Slüterstraße klar vorgegeben. „Historische Grundstücke sind so etwas wie das Gedächtnis einer Stadt“, sagt Ralf Schinke, Stadtplaner der RGS.

Das historische Petritor ...war der älteste Stadtzugang der Altstadt. Es wurde 1260 mit zwölf mal neun Metern am Fuße der steilen Anhöhe, auf der die erste Rostocker Siedlung gegründet wurde, errichtet. 1720 erhielt es ein Pyramidendach. 1935/36 ist der nachträglich angebrachte Putz entfernt worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Am 27. Mai 1960 wurde es abgerissen, weil es angeblich ein gefährliches Verkehrshindernis war.  Repro: Archiv Weber
Das historische Petritor ...war der älteste Stadtzugang der Altstadt. Es wurde 1260 mit zwölf mal neun Metern am Fuße der steilen Anhöhe, auf der die erste Rostocker Siedlung gegründet wurde, errichtet. 1720 erhielt es ein Pyramidendach. 1935/36 ist der nachträglich angebrachte Putz entfernt worden. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt. Am 27. Mai 1960 wurde es abgerissen, weil es angeblich ein gefährliches Verkehrshindernis war. Repro: Archiv Weber
 

63 Büros aus ganz Deutschland, Dänemark, der Schweiz oder auch China folgten dem Aufruf. Ein elfköpfiges Preisgericht, besetzt mit Architekten, Stadtplanern, Vertretern des Vereins für Rostocker Geschichte, des Ortsbeirates und der Bürgerschaft hat die Sieger letzte Woche gewählt.

Die Wettbewerbssieger: Den ersten Preis holten Benjamin Rätz (v. l.), Gerald Kühn-von Kaehne und Eberhard Lange aus dem Potsdamer Architekturbüro Kühn-von Kaehne und Lange, den dritten Marcel Ferrier mit seinem Züricher Büro Ferrier Architekten und den zweiten Platz Katja Gohdejohann und Kollegen aus dem Team um Kristian Spencker der Architekten von Gerkan, Marg und Partner aus Berlin.
Die Wettbewerbssieger: Den ersten Preis holten Benjamin Rätz (v. l.), Gerald Kühn-von Kaehne und Eberhard Lange aus dem Potsdamer Architekturbüro Kühn-von Kaehne und Lange, den dritten Marcel Ferrier mit seinem Züricher Büro Ferrier Architekten und den zweiten Platz Katja Gohdejohann und Kollegen aus dem Team um Kristian Spencker der Architekten von Gerkan, Marg und Partner aus Berlin. Foto: Foto: nicole Pätzold
 

Für die Umsetzung hatte die RGS ursprünglich mit 2,9 Millionen Euro kalkuliert, die den Planern aber nicht vorgegeben waren. Ob die sich halten lassen, werden die weiteren Gespräche zeigen. Die führt der städtische Eigenbetrieb KOE mit allen drei Preisträgern. Denkbar ist sowohl, dass ein Hybrid aus den Ideen entsteht als auch dass ein Entwurf abgewandelt wird. Die Wettbewerbsergebnisse sind bis zum 3. Mai in der Rathaushalle zu sehen. Besucher sind aufgerufen, Einschätzung abzugeben, in einem Buch vor Ort oder im Internet bei der RGS oder dem KOE, sagt Sigrid Hecht, die beide leitet.

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