Tag des offenen Denkmals : Rostock: Alte Gemäuer verraten ihre Geheimnisse

Mit Kunst, Kultur und einem historischen Gebäude zeigt sich das Peter-Weiß-Haus. Grit Burmeister und Karin Walther begeisterten sich besonders für die Skulpturen von Günter Brock.
1 von 2
Mit Kunst, Kultur und einem historischen Gebäude zeigt sich das Peter-Weiß-Haus. Grit Burmeister und Karin Walther begeisterten sich besonders für die Skulpturen von Günter Brock.

Vereine und Institutionen laden ein. Glaser Christian Plothe zeigt alte Techniken seines Handwerks.

svz.de von
14. September 2015, 08:00 Uhr

Es sind nicht nur die imposanten Kirchen und die historische Altstadt, die den Kulturstandort Rostock prägen. Die Hansestadt hat durch ihre Vergangenheit einiges zu bieten, sodass sich unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ zahlreiche Vereine und Institutionen am Tag des offenen Denkmals beteiligt haben.

So öffnete beispielsweise das Peter-Weiss-Haus an der Doberaner Straße seine Türen. Im Jahr 1864 als Ausflugsgaststätte über einem alten Bierkeller erbaut, übernahm es 1884 die Brauerei Mahn und Ohlerich und ließ 1890 durch Ludwig Möckel, dem Architekten des Ständehauses, einen neugotischen Saal anbauen. Während des Tages durften sich die Besucher Führungen anschließen, die viele Informationen über die 150-jährige Vergangenheit des Gebäudes preisgaben.

Der Skulpturen-Künstler Günter Brock zeigte seine Werke mit dem Ziel, durch eine Spendensammlung dem verstorbenen Künstler Horst Köbbert ein Denkmal aus Bronze zu schaffen. ,,Die Skulptur soll einen Platz an der Ostsee in Warnemünde erhalten“, so Brock. Vorab durften sich die Besucher bereits eine Gipsskulptur anschauen. Einige Straßen weiter offenbarte sich das alte Handwerk der Glaserei Plothe. Das Gebäude ist ein typisches Wohnhaus aus der Zeit um 1900 und gehört zum Bestandteil des Denkmalbereiches in der Budapester Straße. ,,Ich bin erstaunt, wie viele Besucher sich heute für meine zeitintensiven Bleiverglasungen interessieren“, sagt Inhaber Christian Plothe. Hier lohnte sich zusätzlich ein Blick in die Vorgärten mit Gehwegen aus Klinkerpflaster, den Baumreihen und dem Straßenpflaster aus Granit. Plothe ließ sich als Glaser gerne Einzelheiten entlocken und von Besuchern bei seiner Arbeit über die Schulter sehen.

An der Doberaner Straße 43 traten alt bewährte Baustoffe wieder in den Vordergrund. Das Unternehmen Bau-Gut zeigte neue Verarbeitungsmöglichkeiten von Holz, Lehm, Schilf, Wolle oder Terrakotta, die seit Tausenden Jahren erfolgreich verwendet werden. Inhaber Ralph Drawe informierte seine Besucher über die neu entdeckten Materialien. So wurde etwa kürzlich das Steintor mit Muschelkalk neu verfugt.
Auch die Kirchen waren am Tag des Denkmals aktiv. Im Mittelpunkt der Heiligen-Geist-Kirche stand beispielsweise die Turmführung mit der Vorstellung der Uhr. Das Gotteshaus wurde als letzter großer historischer Kirchenbau Mecklenburgs unter Leitung des Berliner Architekten Prof. Johannes Vollmer erbaut und 1908 eingeweiht.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen