zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 19:49 Uhr

Protest : Rogida-Gegner demonstrieren trotz Absage

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vom Brink soll es zum Hauptbahnhof gehen. In der Marienkirche findet eine interreligiöse Begegnung am Kröpeliner Tor eine Kundgebung statt.

Trotz der Absage des Protestzugs „Rostock gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Rogida) halten die Gegner der Bewegung an ihren Demonstrationen für Weltoffenheit und Toleranz fest. Montag um 16 Uhr startet Am Brink ein Demonstrationszug zum Hauptbahnhof, um 17 Uhr kommen Vertreter aller großen Religionsgemeinschaften zu einer interreligiösen Begegnung in der Marienkirche zusammen und ebenfalls um 17 Uhr beginnt eine Kundgebung am Kröpeliner Tor. Eine Stunde lang sind die Rostocker an dem Wahrzeichen zu Musik und Mitmachaktionen eingeladen, anschließend werden der Vorsitzende des Migrantenrates und der jüdischen Gemeinde, Juri Rosov, und der Intendant des Volkstheaters, Sewan Latchinian, sprechen.

Pastor Tilman Jeremias von der Evangelisch-Lutherischen Innenstadtgemeinde: „Unser Ziel bleibt, zu zeigen, dass wir uns als Vertreter der unterschiedlichen Religionen bei allen Differenzen nicht auseinanderdividieren lassen.“ Das will er zusammen mit Rosov, Dr. Maher Fakhouri von der islamischen Gemeinde, Angie Zendeh vom Bahai-Zentrum und Hikmat Al-Sabty als Mandäer verdeutlichen. Auch Lama Tashi vom Buddhistischen Zentrum wurde eingeladen. Bei der interreligiösen Begegnung soll der Chor der jüdischen Gemeinde singen, Karl-Bernhardin Kropf an der Orgel sitzen. Außerdem werden Spenden für den geplanten Moscheeneubau in Rostock gesammelt. „Wir setzen uns gemeinsam für eine friedvolle demokratische Gesellschaft ein, die Flüchtlinge bereitwillig aufnimmt“, sagt Jeremias.

Die Demos der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands (Pegida) in Schwerin und Stralsund sollen ungeachtet der Absage in Rostock weiter stattfinden. Auch vor diesem Hintergrund rufen das Bündnis Rostock nazifrei und das Landesnetzwerk der Migrantenselbstorganisationen, Migranet MV, dazu auf, sich an den Gegenprotesten zu beteiligen. „Gerade jetzt, wenn die rechtsradikalen Parteien versuchen, die Ereignisse in Paris für ihre eigenen Zwecke zu nutzen, um die Gesellschaft zu spalten“, sagt Migranet-Sprecher Imam-Jonas Dogesch, „müssen alle Migranten zusammen mit allen Demokraten Zeichen setzen, um diese Welle des Rassismus und der Intoleranz zu stoppen.“ Die Pegida-Bewegung gefährde die weltoffene und friedliche demokratische Gesellschaft durch ein Klima der Ressentiments und der Ängste gegenüber Fremden.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen