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Stark gegen Rassismus : Rogida: Bündnis plant Gegendemo

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Initiative organisiert schon Montag zwei Kundgebungen und fordert Eintreten gegen Rassismus und für eine offene Hansestadt

von
erstellt am 03.Jan.2015 | 08:00 Uhr

Gegenwind für die Bewegung Rostocker gegen die Islamisierung des Abendlands (Rogida): Eine Woche vor dem geplanten Demonstrationszug durch die Hansestadt setzt das Bündnis Rostock nazifrei ein Zeichen für eine bunte und weltoffene Stadt. Am Montag um 16 Uhr startet eine Kundgebung am Doberaner Platz, eine Stunde später eine weitere am Kröpeliner Tor. Zur Rogida-Gegendemonstration am 12. Januar haben sich bereits jetzt mehr als 700 Teilnehmer über die sozialen Netzwerke angekündigt.

„Wir sind davon überzeugt, dass die Mehrheit der Rostocker anders denkt als Rogida“, sagt Mitorganisatorin Anette Niemeyer. „Und wir wollen diesen Menschen Angebote schaffen, um sich zu äußern.“ Am Kröpeliner Tor können die Befürworter eines toleranten Rostocks, das Flüchtlingen und Migranten eine neue Heimat zum beiderseitigen Vorteil bietet, Gesicht zeigen. „Wir veranstalten unter dem Motto ,Nicht in meinem Namen’ eine Fotoaktion, für die die Teilnehmer ihre Botschaft auf ein Schild malen und sich dann damit ablichten lassen können“, sagt Torsten Sohn, Sprecher des Bündnisses.

Er hat schon bei der ersten Demonstration eines Ablegers der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) in MV Anfang Dezember in Güstrow Erfahrungen mit der Bewegung gesammelt. Dort hatten bekannte NPD-Größen am Rednerpult gestanden. Auch dem Stralsunder Enrico Naumann, der die Rogida-Demo am 12. Januar als Privatperson angemeldet haben soll, soll über gute Kontakte zu der rechtsextremen Partei verfügen. Er hat 300 Demonstranten angekündigt.

„Bis jetzt haben sich sowohl Pegida als auch alle Ableger rassistisch geäußert“, sagt Imam-Jonas Dogesch vom Migrantenrat. Auf den Kundgebungen werde gegen Migranten und alle, die nicht deutsch sind, gehetzt. „Ich hoffe, dass die Rostocker nicht mit Nazis und Rassisten zusammenlaufen“, sagt Dogesch. Die Redebeiträge auf den beiden Kundgebungen am Montag werden unter anderem Tilman Jeremias, Pastor der Innenstadtgemeinde, und Hikmat Al-Sabty, Landtagsabgeordneter der Linken, halten. Eva-Maria Kröger, Fraktionschefin der Linken in der Bürgerschaft, sagt: „Viele behaupten, die Vertreter der Pegida-Demos hätten nur Angst vor sozialem Abstieg. Doch am Ende ist es egal, ob Fremdenfeindlichkeit und Rassismus laut oder leise geäußert werden. Sie bleiben, was sie sind: menschenfeindlich.“

Auf ihrer Facebook-Seite geben sich die Rogida-Organisatoren harmlos, distanzieren sich von Gewalt und Rassismus. Dort heißt es: „Jeder Mensch, gleich welcher Nationalität oder Religion, ist uns willkommen.“ Ihre Demo soll am Hauptbahnhof starten.

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