Streitthema : Roggentin will seinen Weg zurück

Streitfall Trampelpfad – darf der Grundstückseigentümer ihn sperren?
Streitfall Trampelpfad – darf der Grundstückseigentümer ihn sperren?

Gemeinde beauftragt Anwalt im Streit über einen Trampelpfad. Dummerstorfer sind auch betroffen, lehnen Klage aber ab.

svz.de von
19. März 2014, 10:00 Uhr

Die Roggentiner Gemeindevertretung hat entschieden: Ein Anwalt soll sich jetzt des Streites um einen gesperrten Wanderweg zwischen Beselin und dem alten Unter-Kösterbeck annehmen.

Der seit Jahrzehnten vorhandene Rad- und Wanderweg durch das Naturschutzgebiet nahe Kösterbeck ist auf kommunalem Boden als Betonspurbahn befestigt. Dort, wo der Pfad auf den Privatgrund eines Landwirtes übergeht, endet auch die Befestigung. Bisher konnten die Bürger den Weg mit Duldung des Eigentümers dennoch nutzen. Doch vor drei Wochen hat der Grundbesitzer nun die Verbindung mit Stacheldraht gesperrt und das unter anderem damit begründet, dass er haftbar wäre, falls jemandem auf dem Weg etwas passiert. „Der Anwalt soll jetzt erst einmal eine einstweilige Verfügung zur Öffnung des Weges erwirken“, so Roggentins Bürgermeister Erhard Bünger (parteilos). Auch wenn er wisse, dass eine juristische Auseinandersetzung über das Wegerecht langwierig sein kann: „Es muss ein rechtskräftiger Sachstand ermittelt werden. Egal, wie das Urteil am Ende ausfällt“, so Bünger.

„Diese Diskussion über den Weg schwebt gefühlt schon ewig“, sagt Axel Wiechmann (CDU), der Bürgermeister von Dummerstorf. Er kennt die Problematik, weil eine Seite des Weges – die von Beselin aus – in sein Gemeindegebiet gehört. „Doch wir haben es abgelehnt, uns an einem Klageverfahren zu beteiligen“, sagt er. Und zwar deshalb, weil es auf Dummerstorfer Seite keine eingetragenen Wegeflurstücke gebe, auf die man sich berufen könnte, sondern nur jahrzehntelang genutzte Trampelpfade. Die Frage, ob die künftig weiter mit Duldung des Eigentümers genutzt werden könnten, wolle er nicht „mit der Holzhammer-Methode“ klären, sondern im Gespräch. „Denn enteignen können wir den Besitzer nicht. Eine Lösung gibt es nur im Konsens mit dem Grundeigentümer“, so Wiechmann.

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