Neue Unterwasserplattform : Robben-Liebe in Rostock

Doktorandin Jenny Byl arbeitet mit Seehund Bill, der begeistert von dieser doppelten Unterwasserplattform ist. Auch außerhalb des Trainings ist das einer seiner Lieblingsplätze.
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Doktorandin Jenny Byl arbeitet mit Seehund Bill, der begeistert von dieser doppelten Unterwasserplattform ist. Auch außerhalb des Trainings ist das einer seiner Lieblingsplätze.

Im Forschungszentrum ist für die Tiertrainer etwas zur Verbesserung der Arbeit gebaut worden. Ein neues Kassenhaus entsteht ebenfalls

svz.de von
04. August 2016, 12:00 Uhr

Seehund Bill und die Seelöwen des Robbenforschungszentrums Hohe Düne sind derzeit hochgradig begeistert. Und zwar von einer baulichen Neuheit, die eigentlich für die Doktoranden und Biologen gedacht ist. „Wir haben eine massive, doppelte Unterwasserplattform anfertigen lassen, damit die Trainer bei ihrer Arbeit mit den Tieren darauf im Wasser stehen können“, sagt der Physiker und technische Leiter Lars Miersch vom Marine Science Center (MSC), wie die Robbenstation heißt.
Die Idee kam bei einem wöchentlichen Meeting unter den Doktoranden auf, bei dem es darum geht, an welchen Punkten sich die Arbeit mit den Seehunden und Seelöwen noch optimieren lässt. Es ist eine enorme Erleichterung für die Trainer. „Sonst arbeiten sie mit den Tieren vom Steg oder vom Wasser aus, wo es gleich fünf Meter in die Tiefe geht“, erklärt Miersch. Jetzt ist die Plattform montiert worden. Es zeigt sich, dass besonders die Seelöwen da gerne sitzen - auch außerhalb der Trainingszeiten. Etwa 5000 Euro hat die Robbenstation in dieses Vorhaben investiert. Das Geld ist gut angelegt. Darüber sind sich alle einig. Es ist außerdem nützlich für das Angebot „Schwimmen und Tauchen mit Seehunden“, das etwa so viel wie ein Fallschirmsprung kostet. Die reine Schwimmzeit mit Robben beträgt 45 Minuten. „Das wird in der Regel freitags und sonnabends angeboten, eine Anmeldung ist erforderlich“, so Miersch.

Es gibt noch eine weitere Neuheit im Robbenzentrum: Für eine Masterarbeit von Tabea Lange ist eine Unterwasser-Konstruktion entwickelt worden, an der sich Kameras befinden, die das Verhalten bei der Kollisionsvermeidung der Robben dokumentieren. In diesem Fall tragen die Tiere eine Augenmaske. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, wie die Tiere Objekten unter Wasser ausweichen. Schwimmen sie daran vorbei? Weichen die Tiere nach unten oder zur Seite aus? Bleiben sie vor dem Hindernis stehen? Die Antworten liegen nach Abschluss der Arbeit vor. „Wir erforschen nur die Fähigkeiten der Robben und Tiere, wir machen keine Experimente mit Zwang“, erklärt Miersch. Die Robben haben Freude am Training und werden bei der richtigen Reaktion mit Fisch belohnt. Wer es nicht schafft, erhält trotzdem im Laufe des Tages Futter.

Eine dritte Neuheit soll folgen: „Wir brauchen ein neues Kassenhaus. Das entsteht gerade“, sagt Miersch. Ende des Monats soll es fertig sein, dann verschwindet die alte, vom Platz und den Erfordernissen ausreichende Hütte. Das neue Kassenhaus hat mehr Platz für Informationsmaterial und Souvenirs. Es passt sich in der Form dem Forschungsschiff „Lichtenberg“ an, um sich in die Anlage einzufügen.

Öffnungszeiten: Täglich 10 bis 16 Uhr. Anmeldung: info@msc-mv.de

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