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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 15:01 Uhr

Nach Baustopp : Rittmeister-Investor ändert Pläne

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mehr Parkplätze, Verzicht auf Außenpool und ein versetzter Wellness-Bereich sollen Lärmschutz gewährleisten

von
erstellt am 14.Apr.2014 | 08:00 Uhr

Zu viel Lärm und zu wenig Parkplätze – mit dieser Begründung hatte das Oberverwaltungsgericht Greifswald der Erweiterung des Landhotels Rittmeister einen Baustopp verordnet. Das war im Sommer vergangenen Jahres. Jetzt legen Verwaltung und Investor einen neuen Bebauungsplan vor – und kassieren vom Ortsbeirat prompt die nächste Ablehnung. Dessen Auffassung: Die Kritikpunkte seien nicht entschärft worden.

„Ich bin schon etwas verwundert, dass der Ortsbeirat sich mit den Änderungen scheinbar gar nicht befasst hat“, sagt Rittmeister-Besitzer Andreas Barnehl. Die betreffen immerhin 15 Punkte. Der Großteil der auf mehr als 60 aufgestockten Parkplätze wird nun von der Grenze zu den Nachbarn im Biestower Damm Richtung Pferdekoppel verlagert. Dazu hat Barnehl eine Fläche vom Fohlenhof gepachtet. Die verbleibenden fünf Stellplätze befinden sich hinter einer zwei Meter hohen Lärmschutzwand in einem Carport. Stadtplaner Ralph Maronde: „Ursprünglich hatten wir bei der Stellplatzberechnung den vorgeschriebenen Mittelwert angesetzt, jetzt ist es der Maximalwert.“

Weitere Änderungen betreffen den Verzicht auf einen Schwimmpool im Garten. Auch der Neubau des Wellnessbereichs inklusive 16 Gästezimmern wurde abgeändert. Das Gebäude wird sieben statt drei Meter vom Nachbargrundstück entfernt errichtet und die zweite Etage soll um weitere fünf Meter versetzt errichtet werden. „Das ganze Gebäude wird kleiner“, so Maronde. Nichts geändert hat sich an der Erweiterung des bestehenden Bettenhauses um vier Zimmer und eine Rezeption. Insgesamt plant Barnehl nach dem Ausbau mit 70 Betten.

Den Ortsbeirat überzeugte das Konzept nicht. Der Investor bekommt aber nicht nur Gegenwind, sondern auch viel Unterstützung. Befürworter haben mehr als 100 Unterschriften gesammelt und dem Ortsbeiratsvorsitzenden Franz Laube (CDU) überreicht. Sie sagen: „Es sind eben nicht alle Biestower gegen das Projekt.“ Andreas Barnehl habe sich viele Gedanken gemacht, wie er die Befindlichkeiten der Nachbarn entschärfen könne. „Er muss da ewig drüber nachgedacht haben“, so die Befürworter.

Die direkten Nachbarn, die den alten Bebauungsplan schon in erster Instanz vor dem Gericht gekippt hatten, lehnen auch die geänderte Version ab. Unter anderem fühlen sie sich durch die Lieferfahrzeuge gestört: „Der Brötchenlieferant etwa steht zwischen 5 und 6 Uhr regelmäßig mit laufendem Motor da, das ist eine große Lärmbelästigung.“ Barnehl sagt, vor dem Erweiterungs-Vorhaben habe es dagegen nie Proteste gegeben. Und auch danach würden es nicht mehr Fahrzeuge, da diese vor allem die Gastronomie beliefern würden – und die werde nicht ausgebaut. Auch das Wäschefahrzeug werde weiterhin nur zweimal in der Woche kommen. Dass der Ortsbeirat die Verbreiterung des Kurvenbereichs im Damerower Weg – einer Sackgasse – auf sechs Meter fordere, sei für ihn kaum nachvollziehbar und eigentlich auch Sache der Stadt. Barnehl geht davon aus, dass er frühestens Ende des Jahres weiterbauen kann.

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