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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. August 2017 | 08:20 Uhr

Landkreis Rostock : Ringe für die Jungstörche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nachwuchs der Adebare im Altkreis Bad Doberan wird von Experten in Augenschein genommen und markiert

Die Hebebühne ist gerade in Stellung gebracht, da sorgt ein Fund für traurige Gesichter: Unter dem Horst in Bentwisch liegen zwei tote Jungstörche auf der Wiese. Plötzlich ist wieder unklar, ob das Team, das für die jährliche Beringung vorbeigekommen ist, überhaupt noch Nachwuchs im Nest findet. Doch Christoph Roscher, der mittels Technik bereits in acht Metern Höhe schwebt und schon Einblick hat, gibt Entwarnung und zeigt mit den Fingern die Zahl zwei an.

„Es gibt jedes Jahr etwa 25 bis 30 Abwürfe, deswegen ist das zwar traurig, aber kein Einzelfall“, sagt Prof. Stefan Kroll. Der Storchenbetreuer für den Altkreis Bad Doberan und Rostock vermutet, dass Nahrungsmangel oder Witterungseinflüsse für die toten Jungtiere verantwortlich sind.

Er schätzt, dass sie schon ein paar Tage nicht mehr leben. „Störche beginnen erst zu brüten, wenn das zweite Ei gelegt ist. Dadurch sind die ersten beiden Jungtiere immer nah beieinander und haben die besten Chancen“, weiß Kroll. Weiterer Nachwuchs – wie in Bentwisch – würde jeweils im Abstand von zwei Tagen geboren. „In diesem Jahr haben wir auch ein gutes Nahrungsangebot, aber es gab hier einigen Starkregen, das kann bei schwächeren Tieren dann auch zu Lungenentzündungen führen.“

Als die Hebebühne mit den beiden etwa fünf Wochen alten Jungtieren am Boden ankommt, übernehmen Frank Renne und Hans-Wolfgang Nehls die Beringung. In ungeraden Jahren kommt der Kunststoffring ans linke Bein der Adebare. In Bentwisch werden die Nummern AB 69 und AB 70 vergeben. Der Ring enthält außerdem eine Kennung für die zuständige Vogelwarte Hiddensee mit Sitz in Greifswald. Dort wird künftig beobachtet, wo es die Jungtiere hinzieht.

Das Bentwischer Storchen-Elternpaar hat keine Markierung. Deshalb wissen die Experten nicht, woher die Alt-Tiere kommen. Ralf Will, dem das Grundstück gehört, auf dem sich das Nest befindet, ist das aber auch egal. „Ich habe damals unter anderem diesen Horst mit aufgebaut und freue mich deshalb, wenn der Storch wiederkommt und beobachte ihn von der Terrasse aus“, sagt der Bentwischer. Nach zwei Jahren ohne Nachwuchs sei es ein besonderer Erfolg, dass es 2017 wieder mit Jungtieren geklappt hätte.

 

Jungtiere 2017

• In folgenden Horsten wurden gestern Jungtiere beringt : Volkenshagen (1, letzte Beringung 2015), Bentwisch (2, 2014), Hohen Schwarfs (2, 2015), Petschow (3, 2014), Lieblingshof (4, 2015), Niekrenz (3, 2016), Grammow (1, 2016), Breesen (2, 2016), Niendorf (3, 2016), Schwaan  (4, 2016), Passin (2, neu), Selow (4, 2016), Groß Belitz (3, 2016), Berendshagen (4, neu), Satow (3, 2015), Biestow (3, 2016). In Grammow wurde gestern das abgeworfene Storchenjunge vom Horst Niekrenz eingesetzt. 

• Experte Stefan Kroll zählt in seinem Zuständigkeitsbereich in diesem Jahr 38 Horstpaare. „Im Jahr 2016, dem schlechtesten Storchenjahr bis dahin, waren es noch 46 gewesen.“

• Bereits im 9. Jahr übernehmen die Kreisbauernverbände Bad Doberan und Bützow bei der Storchenberingung in ihrem Gebiet die Kosten für die Hebebühne, die Papendorfer Agrargenossenschaft stellt das Personal

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erstellt am 20.Jun.2017 | 08:00 Uhr

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