Richtkrone über Jaz-Neubau

Richtfest für den Jaz-Neubau: Alexandra Wolff, Ulla Nuske und Zimmerermeister Hartmut Wagener (v. l.)Georg Scharnweber
Richtfest für den Jaz-Neubau: Alexandra Wolff, Ulla Nuske und Zimmerermeister Hartmut Wagener (v. l.)Georg Scharnweber

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29. Mai 2013, 08:21 Uhr

Stadtmitte | Wenn Alexandra Wolff den Rohbau in der Lindenstraße 3b betritt, in den schon bald das Jugendalternativzentrum Rostock (Jaz) einziehen wird, beginnt die 25-Jährige zu träumen - von neuer Deko, neuen Projekten und vor allem davon, dass das Haus mit Leben gefüllt wird. "Hier können wir uns ordentlich austoben", sagt Wolff, die Mitglied im Betreiberverein ist. Doch zunächst einmal haben die Vereinsmitglieder gestern gemeinsam mit Architekten, Bauleuten, Nachbarn und Vertretern der Stadt Richtfest gefeiert.

"Wir begrüßen es, dass wir diesen Stand erreicht haben", sagt Werner Simowitsch (Linke), Vorsitzender des Ortsbeirats Stadtmitte. Denn das Bauprojekt mitten in der Stadt war anfangs nicht unumstritten. Es habe Anwohner gegeben, die das Jaz, das bereits seit 1999 in der Lindenstraße beheimatet ist, lieber am Stadtrand haben wollten, so Simowitsch. Grund dafür war der Lärm, der aus dem Zentrum drang, vor allem bei Konzerten am Wochenende. Gutachter wiesen Überschreitungen der Immissionsrichtwerte von 12 bis 25 Dezibel nach. Im März 2010 beschloss die Bürgerschaft, dass nach dem Abriss ein Neubau an fast derselben Stelle entstehen soll.

Der Lärm soll in dem rund 2,5 Millionen Euro teuren Neubau kein Problem mehr sein. "Die Anforderungen waren hoch. Wir haben viel mit dem Akustiker gerechnet", sagt Christian Blauel vom Architekturbüro Matrix. Für den nötigen Schallschutz wird künftig nicht nur die Konstruktion des Neubaus in U-Form, sondern auch die vollständige akustische Entkoppelung des Konzertsaales sorgen. Zweischallige Außenwände mit einem Durchmesser von 50 Zentimetern kommen zum Einsatz.

Neben dem Konzertraum wird es im neuen Jaz auch ein Café, eine Küche, einen Multifunktionsraum, eine Fahrrad- und Computerwerkstatt sowie einen Töpferraum für die Jugendarbeit des Vereins geben. "Das A und O ist: Wir wollen eine robuste Ausstattung", sagt Blauel, der mit einer starken Beanspruchung der Einrichtung rechnet. Deshalb würden viele Materialien aus dem Industriebau, wie Stahl und Beton, verwendet. "Schließlich wollen wir das Gebäude nicht in fünf Jahren wieder sanieren", so der Architekt.

In der Mitte des Hauses ist ein grüner Hof mit Bäumen geplant. Vor dem Jaz soll es einen großen Parkplatz geben. Der Konzertraum wird den Besuchern als schiefwinkliger Sichtbetonkörper ins Auge stechen, auf dem sich mit der Zeit Moos ansiedelt. Auch wilder Wein soll wachsen. "Die Natur soll den Körper mitgestalten", sagt Blauel. "Außerdem werden die Nutzer das Gebäude in Besitz nehmen." Graffitis seien durchaus erwünscht. Bis Anfang 2014 soll das neue Jaz fertig sein. Dann wird die Jugend das Gebäude mit Leben füllen und Alexandra Wolffs Traum wird in Erfüllung gehen.

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