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Prozess am Landgericht : Richter: Straßenrowdy mangelt es an Charakter

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Christian S. erhält für lebensgefährliches Manöver auf der Stadtautobahn eine Bewährungs- und Geldstrafe sowie Fahrverbot

Wegen gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, Sachbeschädigung und Unfallflucht hat das Landgericht Rostock gestern den Wismarer Christian S. verurteilt. Der Bauingenieur erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren, eine Führerscheinsperre von zehn Monaten und eine Geldauflage von 3000 Euro, zu zahlen an den Verein für krebskranke Kinder in Rostock. Außerdem stellte der Richter den Charakter des 44-Jährigen infrage.

Er sah es als erwiesen an, dass Christian S. am 22. August 2014 auf der Rostocker Stadtautobahn den Motorradfahrer Sven R. lebensgefährlich bedrängt hatte. Vorausgegangen war ein Überholmanöver, bei dem Christian S. Sven R. beim Wechsel auf die linke Spur übersehen hatte. Dieser hupte mehrmals, fuhr links an ihm vorbei und klopfte an den Seitenspiegel. Dann fuhr er rechts rüber, weil er die Stadtautobahn verlassen wollte. Als Motorrad und Pkw auf gleicher Höhe waren, setzte der Angeklagte nach rechts und fuhr mit Tempo 70 dicht auf. Dabei streifte er das Krad. Sven R. erlitt eine Prellung der linken Schulter und des linken Armes, ein Schleudertrauma sowie einen Schaden am Motorrad von 4500 Euro.

Obwohl Christian S. alles mitbekam, setzte er seine Fahrt fort. Auf Handzeichen von Zeugen reagierte er nicht. Erst vor Wismar stellte ihn die Polizei. „Der Angeklagte war verärgert und wollte den Motorradfahrer disziplinieren“, so der Richter. Er habe zwar den Tod des Motorradfahrers nicht herbeiführen wollen, die Gefährlichkeit seines Handeln sei ihm aber bewusst gewesen. Das bisher straffreie Leben des Angeklagten wertete das Gericht zu seinen Gunsten. Mit seinem Schlusswort hätte Christian S. beinahe alles kaputt gemacht. „Ich hätte nie gedacht, dass ein fehlerhafter Überholvorgang solch ein Gerichtsverfahren nach sich zieht“, sagte er. Mit diesen Worten habe er weder Einsicht noch Reue zum Ausdruck gebracht, meinte das Gericht und wertete das als Charaktermangel.

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